Ich wollte kuscheln und schmusen, wollte mit dir schlafen, das gebe ich gern zu. Aber ist das ein Verbrechen? Und jetzt bekomme ich nicht mal einen Begrüßungskuss, keine Umarmung, sondern nichts als Vorwürfe. Du kannst ein ganz schönes Arschloch sein, weißt du das? Und jetzt lass uns fahren.“
Die Fahrt verlief wortlos, ohne jede Berührung. Sie achtete sogar sorgfältig darauf, dass ihr Kleid nicht nach oben rutschte. Und genau wie ich sie nicht umarmt und geküsst hatte, als sie mein Haus betrat, strafte sie mich ab, als sie mit wütendem Gesicht aus meinem Auto stieg, ohne ein Wort und ohne eine Geste der Verabschiedung, die schwere Tür zuwarf. Sie drehte sich nicht mehr um, bis sie im Eingang der Klinik verschwand.
Kapitel 12
Meine Nacht war unruhig. Vielleicht hatte ich ihr Unrecht getan und mich im Ton vergriffen. Andererseits sollte sie
wissen, dass ich es nicht in Ordnung fand. Ob sie wohl auch so wenig geschlafen hatte, wie ich?
Die Szene ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Wie konnte sie das tun, so etwas macht man doch nicht, oder? War ich so kleinkariert und engstirnig oder war ihr Verhalten einfach unmöglich?
Wie dem auch sei, am Mittwochabend haben wir jedenfalls nichts mehr voneinander gehört. Absolute Funkstille, nicht mal Vorwürfe.
Und das hielt auch Donnerstag an. Kein ‚guten Morgen‘, kein ‚hallo wie geht’s‘ oder ‚ich vermisse dich‘. Ich dachte darüber nach klein beizugeben und mich zu entschuldigen. Aber wofür sollte ich mich entschuldigen? Sie hatte schließlich den Mist gebaut, nicht ich. Und trotzdem wurde ich das schlechte Gewissen nicht los, hatte ich es übertrieben?
Innerlich appellierte ich an Imke den ersten Schritt zu machen und zuzugeben, dass sie zu weit gegangen war. Ich hoffte auf eine Entschuldigung. Doch auch am Donnerstagabend bleib das Telefon, dass ich den ganzen Tag nicht aus den Augen gelassen hatte, still.
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