Manchen wurde mangelnde Sicherung ihrer Güter vorgeworfen. Angeblich sei damit ein Schaden vermeidbar gewesen. Was für ein ausgemachter Blödsinn. Anderen wollte man nur den Zeitwert ihrer Möbel erstatten und da manche schon alt waren, gab es nur ein paar wenige Euro, die kaum dafür reichten, auch nur die verlorene Wäsche zu ersetzen. Grausam!
Zu der Zeit ahnten wir noch nichts von dem nahen Krieg in der Ukraine und der damit verbundenen Flüchtlingsflut. Plötzlich richteten sich alle Augen auf die schnelle Hilfe derer, die dem Grauen dort entfliehen mussten. Sehr verständlich, sinnvoll und nötig. Aber, dass dadurch auch die immer noch vorherrschenden, unwirklichen Zustände im Ahrtal gänzlich in Vergessenheit geraten sollten … ebenso schlimm.
Imke und ich nutzten das Bargeld und kauften mal einen Kühlschrank, dort einen Elektroherd, Betten, Matratzen, Decken und Kleidung. Es waren immer nur vergleichsweise kleine Beträge nötig, um den Menschen schnell und unkompliziert ein Leben in ihren mühsam hergerichteten Wohnungen und Häusern zu ermöglichen. Oft sahen wir Tränen, ernteten lange und von Herzen ehrlich gemeinte Umarmungen, wurden in Gebeten bedacht und man wünschte uns eine von Gott gegebene, lange Gesundheit.
Angesichts des nahenden Winters, kam es für die Menschen dort einem Wunder gleich, was wir mit unseren Händen und etwas Geld vollbrachten. Ich kann nicht alles im Einzelnen aufzählen, was wir dort alles schafften. Und so gelang es Imke und mir, mit unseren bescheidenen Mitteln, über 400 Menschen ein winterfestes, wiederaufgebautes Zuhause zu verschaffen. Und das in nur drei Wochen.
Das machten wir in 2021 noch ein weiteres Mal, wenn auch nicht mehr mit soviel Bargeld. Ich fand, wir hatten genug Geld investiert, jetzt waren die anderen dran. Nichtsdestotrotz war unsere Hilfe mehr als willkommen, denn vor dem Winter gab es noch genug Wohnungen, die noch nicht wieder bewohnbar waren.
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