Ich beschloss, mir diese Frau einzuverleiben. Ich ging behutsam vor, half ihr bereitwillig beim Auspacken der Kisten mit ihren Büromaterial. Wenn sie sich bückte, war mir ein Blick in ihren Ausschnitt vergönnt. Kleine Brüste können neckisch sein. Ob sie ihre Kinder gestillt hat? Dabei kommt es bekanntlich nicht auf die Busengrösse an – im Gegensatz zu einem Tittenfick beispielsweise.
Ich gab den Gentleman und lud Alex zur Kaffeepause in unserer entmenschlichten Kantine ein. Nicht ein einziges schönes Bild hing an der Wand – von einer funktionierenden Heizung ganz zu schweigen.
Sie wurde rasch warm, meine Kleine, und erzählte von ihrer Familie. Da war ihr Mann, Tim, Schreiner von Beruf, der oft bis in die Nacht hinein arbeitete und im Haushalt offenbar keine grosse Stütze war. Alex arbeitete in einem
60 % Pensum.
Ich gab den Frauenversteher und kitzelte Details aus Alex heraus: Kaum war sie am Abend zuhause, ging's gleich los mit Wickeln, Abendessen richten, Aufräumen. Doch, es gab eine Nanny. Problematisch war aber der Donnerstag – der Tag, an dem Tim die Kleinen betreute. Mit innerem Lächeln hörte ich ihr einmal am Telefon zu, als sie ihm geduldig, wie einem Kleinkind, erklärte, wie man Würstchen heiss macht, in welchem Schrank die Schnuller liegen und wo man Windeln entsorgt.
Am kommenden Donnerstag schenkte ich Alex eine kleine blaue Blume in einer gestylten Vase. Sie strahlte glücklich. Bestimmt hatte sie schon lange keine Blumen mehr erhalten. Des Weiteren erfuhr ich, dass Alex religiös war. Ich liebe religiös veranlagte Frauen über alles. Bei vielen, die ich kennen gelernt habe – vor meiner Beziehung mit Angie – ist Religiosität so etwas wie sublimierte Lust. Etliche Frauen beben vor Geilheit, zügeln ihre Begierde aber mit Struktur, mit Moral, mit Spiritualität.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.