Von da an sah ich Alex mit ganz andern Augen. Sie war eine Frau, die geliebt werden wollte. Wenn sie sich Jesus öffnete, und ihrem Schreinermann, wieso dann nicht mir?
In der Folgewoche klagte sie über Rückenschmerzen. Das war mein Moment. Auf unserem Stock befanden sich bloss zwei Büroräume, die nicht direkt von uns genutzt wurden. Im einen stand ein Massagetisch; der Raum war vor längerer Zeit an eine Therapeutin zwischenvermietet worden, die sich allerdings nie blicken liess.
Ich lud Alex mal wieder zur Kaffeepause ein und erkundigte mich nach ihrem Rücken. „Mir ist das alles einfach zu stressig“, räumte sie ein - „der Spagat zwischen Familie, Beruf, Sozialnetz und Partnerschaft belastet mich.“ Sie hatte Tränen in den Augen. Ich hatte sie am richtigen Fuss erwischt und konnte mich ihrer Seele nähern. „Ich verstehe Dich gut“, sagte ich teilnahmsvoll. „Du selber bleibst in Deinem Leben auf der Strecke.“ „Genau so ist es.“ Alex fühlte sich verstanden.
„Kann ich etwas für Dich tun?“ Sie schaute mich aus ihren grossen Rehaugen verwundert an. „Du...?“ „Ja, ich. Ich habe Massagekenntnisse“, log ich. Alex setzte sich kerzengerade hin und wirkte tatsächlich wie ein junges Reh, das soeben dabei ist, sich zu orientieren.“ „Und Du meinst...“ „Wir haben doch auf unserem Stock eine Massagepraxis.“ Ich wurde konkret und war gespannt auf ihre Reaktion. „Ja, schon, aber...“ „Komm, ein bisschen Entspannung tut Dir bestimmt gut.“ Ich hatte eine Erektion.
Wir tranken wortlos unseren Cappuccino zu Ende und gingen zurück auf unseren Stock. Alex ging vor mir her die Treppe hoch. Sie trug eine hautenge rosa Hose an und ein gelbes T-Shirt. Ihr spitzer Arsch machte mich wirklich spitz, muss ich sagen. In der Toilette angelte ich mir ein paar Handtücher, wozu, wusste ich im Moment nicht. Ich wollte das Ganze professionell gestalten, und Handtücher und Massage gehören doch irgendwie zusammen…
Die Situation überforderte mich schlichtweg. Da sass dieses schlanke Wesen vor mir und schaute mich erwartungsvoll an. „Mal sehen“, brummte ich. Nicht mal Massageöl hatte ich dabei, ich Dilettant! Da entdeckte ich auf dem Wandschrank ein paar Weleda-Fläschchen. Ich wählte „Minze-Lavendel.“
„Soll ich mich jetzt ausziehn?“ Alex errötete. „Ja, mach mal.“ Sie kreuzte die Arme und zog ihr T-Shirt über den Kopf. Alex trug keinen BH. Sie hatte Wahnsinnsnippel, und meine Theorie bestätigte sich einmal mehr: Es kommt nicht auf die Busengrösse an – sehr wohl aber auf die Busenqualität. In qualitativer Hinsicht hatte Alex fantastische Tittchen. Am Liebsten hätte ich sie eingeölt – aber es ging ja um ihren Rücken, um ihr Kreuz. „Leg Dich hin“, forderte ich sie auf. Ich legte meine Hände auf die Schultern meiner „Klientin“. Alex atmete hörbar aus und entspannte sich. „Und wenn jemand reinkommt?“ „Kein Problem – wir tun hier ja nichts Verbotenes.“
Da hatte ich nun auch wieder Recht.
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