„Wir gehen in den Hund.“ Wie auf Kommando begab sich die kollektive Krone der Schöpfung, somit alle anwesenden weiblichen Geschöpfe, in die Vierfüßlerstellung. Ivo konnte nicht anders und stellte sich seine von ihm getrennte Ehefrau Christa im Vierfüßler vor, nackt natürlich. Wie sehr er sie in dieser Position geliebt hatte! Ihre zart behaarte Pflaume! Ihre runden Arschbacken. Christas verlockendes Polöchlein, oh, wie gerne hatte er sie dort geleckt! Nun gehörte das alles Daniel, dem Nachbarn.
Was sich Ivo nun bot, war nicht minder erotisch. Die drei Frauen in der Reihe vor ihm streckten alle ihren künstlerisch gerundeten Allerwertesten in die Höhe, ohne jede Hemmung, denn man war ja unter sich. Ivo konnte sich kaum sattsehen an den drei Leggings-Ärschen. Pink. Knallrot. Kanariengelb. Bevor ihn Cornelia wieder anweisen konnte, versank Ivo blitzschnell in der kollektiven Harmonie, nahm aber an zu seiner Rechten einen dezenten Busenblitzer wahr. Alexas weites Shirt hing herunter, gab ihren wohlgerundeten Bauch und die noch viel wohlgerundeteren Brüste frei, falls man sich zum Adjektiv „wohlgerundet“ überhaupt einen Komparativ erlauben kann. Die Teigrollen und die Kronjuwelen der Dorfbäckerin! Völlig umsonst dargeboten in einem dezent beleuchteten Yoga-Trainingsraum.
„Etwas Konzentration, wenn ich bitten darf.“ Die Worte waren direkt an Ivo gerichtet, darin bestand kein Zweifel. Ein letztes Mal, zur Wirbelsäulen-Entspannung, begaben sich die Kursteilnehmerinnen und Ivo in den Vierfüßlerstand. Und da entdeckte Ivo ein endlos faszinierendes Detail.
Die Frau vor ihm, die in den kanariengelben Leggings, ging ins hohle Kreuz, ihre Beinkleider hatten einen Riss zwischen den Oberschenkeln. Ivo starrte ins Dunkle „dazwischen“. Verfügte die Süße da unten über Wildwuchs? Eine von dunklem Schamhaar gezierte Vulva? Oder trug sie ganz einfach einen schwarzen Slip?
Ivo kam nicht zum Überlegen und Rätseln.
„Shavasana“, sagte Cornelia sanft.
„Legt Euch jetzt flach auf den Rücken. Entspannt Arme und Beine. Schließt die Augen. Lasst es fließen. Atmet ganz in Eurem Rhythmus, werdet Eins mit der feinstofflichen Welt um Euch herum. So regenerieren wir uns.“
Dann setzte Cornelia zu einer Klangschalen-Melodie an, die sie mit ihrer sanften, herzerwärmenden, melodiösen Stimme begleitete.
„Wir sehen uns in einer Woche wieder.“
Bevor Ivo die Garderobe betreten konnte, nahm Cornelia, die Yogalehrerin, ihn zur Seite. Sie lächelte verständnisvoll.
„Das war die erste und letzte Augen-Yoga-Stunde, mein Lieber“, sagte sie sanft.
„Ab kommendem Dienstag verbinden wir Dir entweder die Augen, oder Du fokussierst Dich ganz und gar auf Deinen Körper. Ich weiss, Du bist nur ein Mann… aber lass die Augen nächstes Mal zur Sicherheit zuhause.“
Sie gab Ivo einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter und entließ ihn in die Garderobe, wo er sich, mit pulsierenden Schläfen unter elf halbnackten Frauen wiederfand, wobei eine von ihnen sich unter der Dusche einseifte.
Alexa.
Zumindest in der Garderobe würde Ivo auch künftig ohne Augenbinde auskommen wollen.
Alexas Venushügel
10 5-9 Minuten 0 Kommentare
Alexas Venushügel
Zugriffe gesamt: 850
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.