Alice und Leon

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Alice und Leon

Alice und Leon

Franck Sezelli

Die große goldrote Sonnenscheibe berührte gerade den Horizont.
»Ist das nicht schön?«, flüsterte sie, »darf ich meinen Kopf an deine Schulter lehnen?« Sie wartete die Antwort nicht ab und kuschelte sich noch enger an Leons Seite.
Er umfasste ihre Taille und drückte sie zärtlich. Schweigend genossen beide das Naturschauspiel. Als die Sonne untergegangen war und sich fast schlagartig die Dunkelheit niedersenkte, schauten sie sich gegenseitig in die Augen. Wie von selbst näherten sich ihre Köpfe und fanden sich in einem langen Kuss.
»Ich bin so glücklich, hier sein zu dürfen«, gestand Alice ihre Gefühle.
»Ich auch! Es ist schön hier.«
»Sag mal, Leon, wie bist du eigentlich darauf gekommen, einen solchen Singleurlaub in diesem doch recht exklusiven Club zu machen?«
Bevor Leon darauf antwortete, schaute er Alice verblüfft an. Als er echtes Interesse in ihrem Gesicht las, räusperte er sich und begann zu erzählen. Sein ganzes bisheriges Leben breitete er vor der Fremden und doch so Vertrauenswürdigen neben ihm aus. Er erzählte von seiner Liebe zu Laura und ihrem jahrelangen Zusammenleben. Seine große Enttäuschung über das Auseinanderbrechen der Beziehung verschwieg er auch nicht. Alice erfuhr von seiner interessanten Arbeit, die manchmal aber auch sehr stressig sein konnte. So kam er schließlich auf das außerordentliche Reisebüroangebot für diesen ganz besonderen Urlaub zu sprechen, das ihn in einem Moment erreichte, in der er sich nach Erholung und Abwechslung sehnte.
»Und nun bin ich halt hier gelandet«, beendete er seine ausführliche Antwort.
»Ich bin froh, dass du da bist. Du gefällst mir von allen Urlaubern am besten.«
Alice hatte ganz leise gesprochen, sodass Leon Mühe hatte, ihre Worte trotz des gleichmäßigen Wellenrauschens zu verstehen. Vielleicht ist sie sogar rot geworden, das konnte er aber in der Dunkelheit nicht erkennen.

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