Sandra schreckte hoch, als es tief in der Nacht bei ihr klingelte. Erst dachte sie, es würde in einer andern Wohnung geklingelt – von weit weg drang der schrille Ton zu ihr durch. Sie schlief prinzipiell nackt und fand das sinnlich. Jetzt aber verfluchte sie ihre Gewohnheit. Sie konnte ja nicht nackt unter die Haustür treten, wenn eventuell ein Bulle dort stand. Oder ein Penner. Oder... Martin. Sie verdrängte den Gedanken sofort. Der vögelte jetzt doch, gerade in diesen Minuten, seine Sylvie. Sandra seufzte und warf sich in einen lachsfarbenen Bademantel. Der gut gebaute Martin. Martin mit dem Schalk in den Augen. Martin, Repräsentant einer mittelgrossen Metallwarenfirma. Martin im Nadelstreifenanzug.
Martin stand unter der Tür und lächelte sein unwiderstehliches Lächeln. Wenn er lächelte, wirkte das stets ein wenig gequält. So, wie wenn Sting lächeln würde. Oder Bruce Springsteen. “Was machst Du denn um diese Z...” Sandra konnte den Satz nicht beenden; Martin verschloss ihre Lippen mit einem Kuss. Er entledigte sich seiner Jacke und zog Sandra wieder an sich. Seine Zunge fühlte sich gut an. Sie schmeckte nach Sen Sen und war warm und fordernd. Martin suchte Sandras Zungenspitze und trieb ein unwiderstehliches Spiel. Seine Hände glitten tiefer und legten sich um Sandras Pobacken. Martin knetete lustvoll drauflos; Sandra liess es geschehen. Was Martin wollte, war klar, und sie würde sich für ihn öffnen. Noch vor dem Morgengrauen. Wie zwei Teenies torkelten die beiden in Sandras Schlafzimmer. Vergessen waren Tod und Vergänglichkeit, die Kernthemen der Gothic-Szene. Auch Martin war Gothic zugetan – nicht so sehr wie Sandra allerdings. Er war durchaus der klassischen Musik zugetan, weshalb ihn “Nightwish” so faszinierten. Jetzt gab es nur noch Leben, Begierde, Geilheit, Da-Sein-Füreinander. Kein Dark Wave. Dafür Heat Wave. Kein Okkultismus, keine Korsagen, kein Vollbrustkorsett. Dafür Sandras Bademantel, Sandras herrlich weichen Bademantel. “Behalt ihn an”, sagte Martin bestimmt und legte sich aufs Bett. Er öffnete die Gürtelschnalle seiner Boss Jeans. “Schieb Nightwish rein”, forderte er. Als der schwere Sound aus den Lautsprechern zu klettern begann, kletterte Sandra zu Martin aufs Bett und zog ihm die Hose aus. Die Wölbung in seiner schwarz-rot gepunkteten Unterhose liess keinen Zweifel offen.
Martin wollte. Unbedingt. Sandra reizte ihn ein wenig, küsste seinen Bauch. Dann obsiegte ihre Neugier, und sie zog Martins Unterhose nach unten. Sein Schwanz schnellte ihr entgegen - Sandra stutzte. Alle Männer, die sie bisher geliebt hatte, waren untenrum totalrasiert. Nicht so Martin. Ein tiefschwarzer Haarkranz zierte seine Eier; der Schwanz wirkte wie ein kühner Vogel, der der Erlösung harrte.
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