Es brauchte nicht viel. Nicht mehr als eine zierliche Stickerei auf dem in Bangladesch produzierten Hemd. Nicht mehr als eine Uhr, die in ihrer Opulenz über ihre billige Fertigung hinwegtäuschte. Zumindest oberflächlich. Die Menschen sahen, was sie sehen wollten. Sie sahen die geleckten Typen in verboten teurer Kleidung am VIP Tisch sitzen, während vor ihnen das Tauwasser eines Eiskübels über den Bauch einer Champagnerflasche rann.
Wir waren das Licht. Die mit Schminke zugekleisterten Zwanzigjährigen die Motten. Hübsche Motten. In ihren gewagten Kleidern. Mit ihren in Form gepushten Titten, die ihnen beinahe aus den Dekolletés sprangen. Sie betrogen genauso. Zeichneten die Illusion eines besseren Ichs, welches spätestens im Morgengrauen zerrann wie Schnee in der Wüste. Deswegen verspürte ich kein schlechtes Gewissen, als ein solches Exemplar mit dem Blick an mir hängenblieb.
So wie sie uns betrog, würde ich sie betrügen. Würde ich ihr etwas vorgaukeln, damit sie am Ende die Beine für mich spreizte? Oder für uns. Da waren Nils und ich nicht prüde. Wir nahmen, was der Abend uns schenkte. Und wir teilten brüderlich. Den Preis für den Tisch. Die gemietete Sportkarre. Und wenn es sein musste, den Fick.
Ich lächelte selbstsicher. Das Mädchen blickte schnell zur Seite… Männer waren Einzelkämpfer. Das war unsere Schwäche. Nils und ich hatten das erkannt. Wir hatten das Potenzial erkannt, welches sich ergab, wenn man zusammenarbeitete … 500€ kostete der Abend im Schnitt. Keine große Summe, wenn man durch zwei teilte. Eine gute Hure kostete mehr…
„Hast du wen?“, fragte Nils und schenkte uns ein.
„Vielleicht“, erwiderte ich und betrachtete das Mädchen genauer, das sich zurück in den Schutz ihrer Gruppe bewegt hatte.
Vier Mädels. Eine oder zwei zu separieren war manchmal knifflig, die ganze Gruppe an den Tisch zu bewegen einfacher.
Alles Fake
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