Ich wusste, die wohlige Entspanntheit, die hinterher einsetzte, würde noch mal fast genauso schön sein.
Es sprach für uns beide, dass keiner von uns einfach schnell weggeschaltet hat, als die Triebabfuhr erreicht war. Nein, wir gaben uns unserer Entspannung hin und talkten noch ein bisschen unverbindlich vor uns hin.
Irgendwann sagte Sven:
„Treffen wir uns hier irgendwann wieder? War doch schon, das könnten wir…“
„Ja, es war schön… aber nein, das wird sich nicht wiederholen. Wir werden uns nicht wiedersehen. Mach’s gut. „Hab noch ein schönes Leben noch!“
Damit verließ ich die Seite und legte mich tiefenentspannt und zufrieden schlafen.
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Fünf, sechs Wochen später – ich hatte Spätdienst und saß an meinem Arbeitsplatz, an der Kasse eines großen deutschen Discounters, stand ein junger Mann vor mir. „Moment, ich zahle mit Karte.“ Sprach’s und steckte die EC-Karte in das Lesegerät. Ich starrte auf seinen Handrücken und die darauf prangende Windrose. Wurde das hier jetzt peinlich? Fassungslos geriet ich ins Stottern: „Hast Du … also Sie ... haben Sie … eine ... eine Kunden-, also ich meine eine Pay-back-Karte?“
Überrascht sah er auf. Das Gestammel hatte ihn offenbar aufmerksam gemacht. Er bemerkte, dass ich seine Hand anstarrte, schaute dann offensichtlich auch genauer und fokussierte auf den von brünetten, glatten Haaren gerahmten üppigen Ausschnitt, den ein Kettchen und ein Anhänger zierte. Er verstand, setzte das breiteste Grinsen auf, dass er hinbekam, zwinkerte einmal fast unmerklich mit einem Auge, und fragte: „Alles in Ordnung?“ Dann stellte er noch, etwas vorlaut, fest: „Hübsche Kette haben Sie da“ und dann war er auch schon verschwunden.
Als ich, kaum eine Stunde später, nach Hause kam, fiel ich sofort über Jürgen her und in kürzester Zeit waren wir in ein heftiges Handgemenge verwickelt. Jürgen, der von mir ja schon einiges gewohnt war, bezüglich meiner ‚undichten Stelle da unten‘, zeigte sich verwundert über meinen Zustand. Seine völlig verglitschten Finger betrachtend, stellte er fest: „Mädchen, Mädchen, hier ist ja was los.“ Er konnte ja nicht wissen, dass ich schon ‚Landunter‘ nach Hause gekommen war.
Und dann kam die Frage, die ich heute schon das zweite Mal hörte: „Alles in Ordnung?“
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