Alles oder nichts?

Josie

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Alles oder nichts?

Alles oder nichts?

Gero Hard

Ich dachte, es würde dir gefallen.“
„Ist ja auch schön hier, und klar bin ich stolz auf dich, dass du uns sowas ermöglichen kannst. Darum geht es doch gar nicht. Ich bin auch nicht sauer deswegen. Es gibt mir einfach nichts.“
„Und nun?“
„Und nun fliegen wir schnell nach Hause zu Falk, Shiva und Franzi, in unsere reale Welt. Ach, … noch was, mit mir brauchst du hier nicht wieder herkommen. Kannst hier von mir aus allein Urlaub machen!“
Jetzt war ich wirklich unfair ihm gegenüber. Chris saß wie ein geprügelter Hund auf der Bettkante und starrte mich an. Ich hatte ihn schwer getroffen, ein Tiefschlag, an dem er sichtlich zu knabbern hatte. Betroffen senkte er seinen Blick und sah vor sich auf den Boden.
„Was mach ich denn dann mit dem ganzen Zeug hier.“, murmelte er in Gedanken vor sich hin.
Ich kniete mich vor ihn. Ihn so zu sehen, machte mich traurig und ihn zu verletzen war das wenigste, was ich wollte. Nur wachrütteln wollte ich ihn. Meine Umarmung schien ihn etwas zu beruhigen. Als ich meinen Kopf auf seine Oberschenkel legte, streichelte er mir sogar durchs Haar.
„Wie wäre es, wenn du das alles verkaufen würdest? Die Wohnung ist traumhaft, der Meerblick unbezahlbar. Und das Boot ist bestimmt auch super. Ich denke, für einen guten Makler sollte das kein großes Problem sein. Und von dem Geld kaufst du Franzi was Schönes, ein Häuschen im Grünen, als Alterswohnsitz. Sie hat so lange zurückgesteckt, war sparsam und hat aus dir und Falk super Jungs gemacht. Sie hat nie um irgendwas gebettelt, nichts verlangt, wahrscheinlich selten eine Lohnerhöhung bekommen. Ich finde, sie hätte es verdient, oder nicht?“
„Verdient hätte sie es ganz sicher. Am besten, wir sprechen mit ihr, wenn wir wieder in Berlin sind.“
„Nicht wir, … du wirst mit ihr sprechen, Schatz!“ 
„Darf ich dir trotzdem morgen die Yacht zeigen?“
„Natürlich darfst du das!

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