Nicht wegen ihm – wegen mir. Ich wollte sehen, wie sie mich ansah, wenn sie so mit mir spielte. Ihre Augen waren dunkel, konzentriert, ganz bei mir. Nicht bei der Show. Bei mir.
Jedes Zucken meines Körpers beantwortete sie mit einem leichten Wechsel im Rhythmus, mehr Druck, weniger Geschwindigkeit, genau die Mischung, die mich an diesen Rand brachte, an dem man alles vergisst, was vorher wichtig war. Mein Atem wurde unregelmäßig, mein Bauch zog sich zusammen, und irgendwo im Hintergrund hörte ich ihn keuchen, fast synchron mit mir.
„Du bist wunderschön, wenn du so kurz davor bist“, murmelte sie gegen meine Haut.
Dieser Satz, ihr Tonfall, sein hörbar scharfer Atemzug dazu – das war der Moment, in dem etwas in mir endgültig kippte. Nicht in Richtung Scham, sondern in Richtung Macht. Ich wusste, dass er sich nichts sehnlicher wünschte, als mich jetzt anfassen zu dürfen. Und ich wusste, dass ich es war, die entschied, dass er es nicht bekam.
Die Welle kam schnell, dann langsamer, dann ganz. Mein Körper spannte sich an, löste sich, dieses tiefe, vollkommene Kommen, das mehr ist als ein paar Zuckungen. Ich presste die Lippen zusammen, um nicht zu laut zu werden, und gerade das machte es intensiver. Ihre Hände hielten mich, führten mich hindurch, bis der Nachhall nur noch als Zittern in meinen Oberschenkeln spürbar war.
Es wurde stiller. Die Bewegung verlangsamte sich, der Atem wurde ruhiger. Sie richtete sich auf, ihre Stirn fand meine, unsere Nasen berührten sich kurz. Ich schloss die Augen, spürte noch dieses Nachklingen zwischen uns, bevor ich mich langsam löste und wieder zurück in die Realität kam.
Der Raum fühlte sich anders an jetzt. Klarer.
Er sagte nichts mehr. Saß da, gefesselt, der Blick irgendwo zwischen uns und sich selbst verloren. Die Gier war verschwunden, ersetzt durch etwas Unruhiges, Unfertiges. Er war erregt, keine Frage – aber vor allem war er außen vor.
Ich hob mein Kleid auf, zog es mir wieder über den Kopf. Auch sie kleidete sich wieder an.
Als ich ihn wieder ansah, wirkte er kleiner.
„Das ist jetzt… euer Ernst?“, fragte er leise.
Ich zog die Schultern leicht an. „Ja.“
Er schluckte. „Und… ihr lasst mich jetzt einfach so…?“
„Du kommst schon klar“, sagte ich. „Oder jemand anderes kümmert sich.“ Ein Hauch von Ironie, kaum hörbar. „Du bist doch selbstsicher, hast du gesagt.“
Dann wandte ich mich ab. Sie wartete schon an der Tür, sah mich an, dieses stille Einverständnis zwischen uns. Ich ging zu ihr, ohne zurückzusehen.
Erst mit der Hand an der Klinke drehte ich den Kopf noch einmal ein kleines Stück. „Nächstes Mal“, sagte ich ruhig, „vielleicht einfach die Katze im Sack lassen.“
Dann gingen wir.
Im Flur mussten wir lachen. Erst leise, dann mehr.
Irgendwann blieben wir stehen. Ein Blick. Ein Kuss.
„Schreib mir, wenn du zuhause bist“, sagte sie.
„Mach ich.“
Dann ging sie in die eine Richtung, ich in die andere, nämlich in mein Zimmer.
Dort war es still, angenehm still. Ich legte mich quer aufs Bett, so wie zuhause. Und zum ersten Mal seit Langem fühlte sich der Platz neben mir nicht leer an, sondern wie eine Möglichkeit.
Alles passt, nur manches hängt
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Alles passt, nur manches hängt
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