Eventuell fast zu gut. Es hatte etwas Müheloses, fühlte sich einfach richtig an. Die Worte flossen, es gab keine unangenehmen Pausen und ich fühlte mich gehört. Er hatte für alles eine Antwort, griff Kleinigkeiten wieder auf, spielte mit Worten, ohne aber je derb oder zu zweideutig zu werden. Gerade deshalb entstand zwischen den Zeilen dieses leise Knistern, das sich nicht aufdrängt, sondern langsam in den Körper kriecht. Nichts Explizites – aber auch nichts Harmloses. Ich ertappte mich dabei, wie ich mir seine Hand an meinem Nacken vorstellte, sein Mund dicht an meinem Ohr, derselbe Tonfall, nur tiefer.
Rückblickend würde ich sagen: Da hätte ich genauer hinsehen können. Dieses Gefühl, dass jemand ein bisschen zu gut darin ist, genau das Richtige zu sagen. Und so perfekt ein Gespräch zu führen. Aber in dem Moment war es einfach angenehm. Und ich hatte keine Lust, es kaputtzudenken.
Als er nach ein paar Tagen vorschlug, gemeinsam ein Wochenende wegzufahren, hätte ich eigentlich aussteigen sollen. Zu früh, zu viel, zu alles. Stattdessen saß ich da, las seine Nachricht zweimal und spürte dieses kleine Ziehen im Bauch.
Ein Wellnesshotel, schrieb er. Nichts Wildes. Einfach raus, abschalten.
Und dann – quasi als beruhigende Klarstellung, damit ich nicht auf falsche Gedanken kommen würde: Er würde zwei Zimmer buchen. Damit ich mich wohlfühle. Kein Druck, keine Erwartungen.
Ich erinnere mich noch, wie ich dabei leicht die Augen verdreht und trotzdem weitergelesen habe.
Denn es gab natürlich noch einen Zusatz. Dort würde man ja sehen, wie es sich anfühlt. Man sei schließlich erwachsen und auch, wenn nichts geplant war, so wäre doch auch nichts ausgeschlossen.
Ich hätte an der Stelle lachen und die App löschen können. Stattdessen habe ich zugesagt. Gerne würde ich sagen, dass ich das getan habe, weil ich neugierig war.
Alles passt, nur manches hängt
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Alles passt, nur manches hängt
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