Alles passt, nur manches hängt

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Alles passt, nur manches hängt

Alles passt, nur manches hängt

Leni Trattner

Aber nein, ich wollte es einfach glauben. Dass er der Richtige sein könnte und ich ihm deshalb eine Chance geben sollte. Dass dieses Wochenende vielleicht der Moment wird, in dem ich wieder spüre, wie sich ein fremder Körper gegen meinen drückt und ich nicht sofort in den Kopf flüchte.
Das Hotel lag ein Stück außerhalb, ruhig, fast abgeschieden. Glas, Holz, warme Farben, gedämpftes Licht. Alles wirkte weich, aber auch kontrolliert, wie ein Ort, der genau dafür gebaut ist, dass Menschen sich fallen lassen – oder zumindest so tun. Ein Ort, in dem Bademäntel mehr verbergen, als sie zeigen, und gerade deshalb alles unter ihnen präsenter wird.
Er war schon da, als ich ankam.
Stand in der Lobby, als hätte er genau gewusst, wann ich durch die Tür komme. Lächelte, ging mir entgegen, küsste mich zur Begrüßung auf die Wange – einen Hauch zu nah am Mund, um zufällig zu sein. Seine Hand blieb einen Moment zu lange an meiner Taille, warm, selbstverständlich, als hätte sie dort ein Anrecht.
Ich ließ es zu.
An der Rezeption war alles vorbereitet. Die Schlüssel lagen bereit, unsere Namen waren bekannt, und die Frau hinter dem Tresen wirkte nicht überrascht, sondern eher… vertraut mit ihm. Es war nur ein flüchtiger Eindruck, kaum greifbar.
„Du warst schon öfter hier?“, fragte ich beiläufig, als er zielsicher die Fahrstühle ansteuerte.
Er zuckte mit den Schultern. „Ein, zwei Mal.“
Ich nickte nur, ohne weiter nachzuhaken.
Mein Zimmer war ein paar Türen von seinem entfernt, so durchgestylt wie der Rest. Großes Bett, weiche Stoffe, ein Balkon mit Blick ins Unbestimmte. Ich stellte meine Tasche ab, ließ den Blick kurz durch den Raum wandern und hatte für einen Moment dieses Gefühl, dass ich nicht einfach nur eingecheckt hatte, sondern in etwas hineingegangen war, das schon vorbereitet auf mich wartete.

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