Sofort vertrieb ich diesen Gedanken wieder. Auch weil er nicht wirklich Sinn machte. Wahrscheinlich war ich einfach klassisches Dating nicht mehr gewohnt. Etwas zu alt, etwas zu sehr aus der Übung.
Kurz darauf trafen wir uns wie verabredet im Spa.
Bademantel, nackte Beine, diese halb offene Atmosphäre, die solche Orte automatisch erzeugen. Man sieht mehr von den anderen, als man es im Alltag je tun würde, und tut gleichzeitig so, als wäre es völlig normal, was es ja irgendwie auch ist. Die Luft war warm und feucht, roch nach Holz, Chlor und einem Hauch fremder Haut.
Auch dort bewegte er sich mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit und Sicherheit. Kein Suchen, kein Zögern. Er wusste, wo die Handtücher lagen, welche Sauna wann am besten war, wo es ruhiger war. Er führte mich fast beiläufig durch die Räume, seine Hand immer wieder an meinem Rücken, an meiner Hüfte, ein kurzer Druck, ein Streifen über den Stoff, der sich durch den Frottee bis auf die Haut übertrug. Berührungen, auf die ich mich einließ und bald auch erwiderte, mit kleinen Gegenbewegungen meines Körpers.
Wir redeten, lachten, streiften uns immer wieder. Sein Blick blieb manchmal einen Moment zu lange an meinem Körper hängen – nicht plump, eher betrachtend, prüfend. Ich bemerkte es, natürlich tat ich das. Und ich tat es ihm gleich, ließ meinen Blick über seine Brust gleiten, dort, wo der Bademantel einen Spalt offen stand, über den Ansatz der Hüfte, wo der Gürtel geknotet war.
Als wir nebeneinander auf zwei Liegen lagen, drehte er den Kopf zu mir.
„Steht dir, also das Spa-Outfit“, sagte er leise und ließ den Blick offen über mich gleiten. An meinen Beinen entlang, zurück zu meinem Dekolleté, wieder hoch in mein Gesicht.
Ich hielt seinem Blick stand, ließ ihn einen Moment wirken, spürte, wie meine Haut unter der Baumwolle wärmer wurde.
Alles passt, nur manches hängt
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Alles passt, nur manches hängt
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