Wellness, Nähe, schneller Zugang zum Körper. „Man kauft ja nicht die Katze im Sack“, hatte er geschrieben.
Und über mich:
„Passt schon. Aber manches hängt leicht.“
Ich starrte einen Moment auf den Bildschirm. Wartete fast darauf, dass es sich anders anfühlt, heftiger, dramatischer.
Tat es nicht.
Es war nicht einmal die Beleidigung an sich, die traf. Es war diese Selbstverständlichkeit. Dieses Einordnen, Bewerten, Weitergeben. Als wäre ich etwas, das man kurz prüft und dann kommentiert.
Ich horchte in mich und stellte erleichtert fest, dass es keine Scham auslöste. Auch keine Traurigkeit. Stattdessen fühlte ich nur eines – Wut. Ich war kein Stück Fleisch. Und ja, manches mochte an mir schon leicht hängen. Ich bin in einem Alter, in dem man eben angezogen besser aussieht als halb nackt. Aber was hatte er sich denn erwartet? Den Körper einer Zwanzigjährigen bei einer Person von mehr als vierzig Jahren? Er selbst sah ja gut aus – aber eben auch nur für sein Alter.
Ich markierte alle Nachrichten wieder als ungelesen und legte das Handy zurück, genauso, wie ich es genommen hatte.
Als er zurückkam, lächelte ich. Und es fiel mir erstaunlich leicht.
„War gut?“, fragte ich und drehte den Kopf zu ihm.
„Sehr“, sagte er und setzte sich neben mich. „Du hättest mitkommen sollen.“
„Vielleicht wirklich.“
Wir redeten noch ein bisschen, belangloses Zeug. Seine Hand fand wieder meinen Rücken, meine Hüfte. Ich reagierte darauf – nicht abweisend, nicht zu schnell. Genau richtig. Ich ließ meine Fingerspitzen zufällig über seinen Oberschenkel streifen, zog sie wieder zurück, als wäre es keine Absicht gewesen.
Aber in mir lief längst etwas anderes. Ich arbeitete an einem Plan. Und obwohl ich diesen noch nicht komplett ausgearbeitet hatte, wusste ich doch, wie der erste Schritt aussehen musste.
Alles passt, nur manches hängt
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Alles passt, nur manches hängt
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