Die Almhütte - Teil 1

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Die Almhütte - Teil 1

Die Almhütte - Teil 1

Sven Solge

    
Ich versuchte aufzustehen und sie mit hochzuziehen, was mir nach einiger Anstrengung auch gelang. Sie umklammerte mich zwar immer noch, aber ich konnte spüren, dass es nicht mehr so eng war. Was wohl auch daran lag, dass sich das Gewitter entfernte, denn die Blitze und vor allen Dingen die Donnerschläge waren leiser geworden.
„Wie heißt du?“, fragte ich sie und versuchte mich etwas von ihr zu lösen.
„Karina!“, kam es mit krächzender zurück. Sie schien immer noch vor Angst wie gelähmt zu sein.
„Hallo Karina! Ich bin Enno! Du brauchst keine Angst mehr zu haben, das Gewitter ist vorbei, der Donner ist schon weit weg!“
Ich konnte deutlich spüren, wie sie sich entspannte und sich langsam aus meinen Armen löste. Ich schob sie etwas von mir, hielt sie aber noch an den Oberarmen fest.
„Was hältst du davon, wenn du heute Nacht hier bleibst? Es regnet immer noch sehr stark und bis zum Dorf es ist doch recht weit. Außerdem bist du völlig durchnässt und kannst mit deinem lädierten Fuß bei diesen rutschigen Bodenverhältnissen, bestimmt nicht gut laufen. Ich könnte dich sonst morgen früh zum Arzt fahren. Oder gibt es jemanden den du Bescheid geben musst, wo du heute Nacht bleibst, damit die keine Suchaktion starten?“
Karina schaute mich überrascht an, daran hatte sie noch nicht gedacht. „Ich glaube ich sollte im Hotel anrufen, habe dort hinterlassen, wo ich hin will.“
Sie schaute sich suchend nach ihrem Rucksack um, den ich ihr abgenommen hatte, bevor sie sich auf den Stuhl setzte. Ich reichte ihn ihr und sie holte ihr Handy hervor und wählte die Nummer ihres Hotels.
„Wo bin ich hier?“, fragte sie, als das Hotel sich gemeldet hatte.
„In der Berghütte vom Lechner, Franz am Gaisberg!“, gab ich Auskunft.
Nachdem das geklärt war, sagte ich: „Du solltest jetzt die nassen Sachen ausziehen und heiß duschen!“ Sie schaute mich verständnislos an und blickte an sich herunter.

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