„Da ist aber ein hübscher Vogel in meinem Nest gelandet!“, ergänzte ich, lenkte aber sofort ab, weil ich merkte, dass es ihr peinlich war. „Du kannst deine nasse Wäsche dort auf den Wäscheständer legen, damit sie trocken wird.“
„Möchtest du zum Abendbrot Tee, Kaffee oder lieber ein Glas Wein? Bier hätte ich auch noch!“, fügte ich noch hinzu.
Karina dreht sich um, holte ihre Wäsche aus dem Bad und hängte sie ordentlich über den Wäscheständer. Dann stand sie etwas hilflos im Raum.
Ich ging zu ihr, legte ihr meine Hände auf die Oberarme und schaute ihr tief in die Augen: „Entspann dich! Ich tue dir nichts. Im Gegenteil ich freue mich über deine Gesellschaft! Ich denke wir sollten ein Glas Wein trinken, das wird uns gut tun. Bitte setz dich!“ Ich führte sie zum Stuhl und nötigte sie Platz zu nehmen.
Ich öffnete die Flasche Rotwein, die ich für mich mitgebracht hatte und eigentlich für einen besonderen Abend, nach einer schwierigen Tagesetappe gedacht war. Aber wenn dies kein besonderer Anlass war, dann wusste ich es auch nicht?
Ich schenkte uns ein und hob dann das Glas und prostete Karina zu. „Auf das der Rest unseres Urlaubs besser werden möge als der heutige Tag!“, sagte ich und stieß mit ihr an.
Karina trank einen Schluck und stellte das Glas gleich wieder ab und schaute mich nachdenklich an: „Warum machst du das alles für mich, du kennst mich doch gar nicht?“
Ich hatte diese Frage kommen sehen und war mir nicht sicher, ob ich dafür die richtigen Worte finden würde. Deshalb überlegte ich nicht lange, sondern antwortete sofort: „Richtig, ich kenne dich nicht, aber als ich deinen Schrei hörte wusste ich nicht, wer da in Not war? Ich hatte dein gelbes Oberteil schon gesehen, als du das Wäldchen verlassen hast. Und mit jedem Blitzschein verfolgte ich deinen Weg und war mir sicher, dass du dich hier auskennst und sofort irgendwo in Sicherheit bist.
Die Almhütte - Teil 1
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