Am großen Fluss

Aus dem Zyklus - Auf der Suche

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Am großen Fluss

Am großen Fluss

Yupag Chinasky

Er war femininer, aber längst nicht so, wie die hübsche Kleine, die immer noch auf ihre Suppe wartete, aber ihre Felle davon schwimmen sah.

Denn weil die beiden nun mal da waren und sich auch sogleich an ihren Tisch gesetzt hatten, spendierte er ihnen ebenfalls ein Bier, das sie mit Vergnügen annahmen. Während sie tranken, musterten die beiden die kleine Mopedfahrerin und begannen Bemerkungen zu machen, die er nicht verstand, dann steigerten sie sich und schimpften ganz offensichtlich, wohl in der Absicht, sie zu vertreiben. Die Kleine wehrte sich nicht, sagte kein Wort, hatte aber Tränen in den Augen. Nach einer Weile stand sie auf und sagte, sie müsse gehen. Ob sie nicht wenigstens noch die Suppe essen wolle, die sei doch gleich fertig, fragte er sie. Nein, sie sei traurig und wolle nach Hause, sie habe keinen Hunger mehr, während sie sich die Tränen aus den Augen wischte. Sie schaute ihn unendlich traurig an, dann ging sie und fuhr davon, fuhr mit ihrem kleinen Moped hinein in die dunkle Nacht. Dann kam endlich die Nudelsuppe und er teilte sich die beiden Portionen mit den beiden Siegreichen, die mit großem Appetit aßen, während dieser ihm vergangen war.
Das Hotel, in dem er damals wohnte, lag nicht so romantisch am Fluss, wie das bei seinem späteren Aufenthalt, hatte aber den Vorteil, dass das Personal viel toleranter war. Denn nachdem die Nudelsuppe aufgegessen und das Bier ausgetrunken war, überredeten ihn die beiden, sie auf sein Hotelzimmer mitzunehmen, nur so, aus Spaß, ohne dass sie von ihm etwas wollten, auch kein Geld, wirklich nicht. Es geschah dann auch nicht wirklich viel. Sie alberten herum, zogen sich weitgehend aus, er machte Fotos, doch sie machten keinen Versuch, sich ihm zu nähern oder sich ihm in irgendeiner Form anzudienen, aber trotzdem machte er noch eine seltsame Erfahrung. Aus irgend einem Anlass, fast unbeabsichtigt, kam es dazu, dass ihn der im braunen Kleidchen, das er inzwischen abgelegt hatte, er trug darunter nur einen leeren BH und sein Slip war deutlich gefüllt, dass ihn dieser hübsche Junge anfing zu küssen und es waren Küsse voller Leidenschaft, die sie sich gaben und die sich in nichts von denen unterschieden, die eine Frau ihm geben konnte. Im Gegenteil, Frauen, die Geld brauchen und Sex anbieten, küssen meistens gar nicht, weil das anscheinend noch intimer ist, als zu vögeln. Wie dem auch sei, dieser Ladyboy, und nur er, der andere nicht, küsste ihn jedenfalls voller Leidenschaft und mit sehr interessanten Varianten. Aber auch das schönste Küssen hat einmal ein Ende und als die beiden gegangen waren, lag er einigermaßen verwirrt im Bett und dachte über dieses Abenteuer nach und die Neugier hielte sich über die Jahre und so war es fast vorprogrammiert, dass es dann doch einmal, nur einmal, zu einer Begegnung mit einem Mann kam, die nicht nur auf Küssen geschränkt war.

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