Sie ist jetzt allein, das spürt sie. Das leise Echo eines stetigen Takts klingt in ihrem Körper nach: Drei langsame, tiefe und genießerische Rammstöße – gefolgt von sieben schnellen, gierigen, stakkatoartigen. Dann wieder drei langsame. Und wieder sieben schnelle. Dieser Rhythmus ist der Rhythmus der Nacht. So hat sie der Dunkelhaarige genommen, von hinten. Mit Lust und Kraft und Zielstrebigkeit. Geschah das alles nicht in der Toilette des Klubs? Wieder überkommt Bridget eine irritierende Verwirrung, die sie gerne ablegen würde. Warum nur hat sie nicht mehr Klarheit über das, was sie getan hat? Über das, was sie zugelassen hat? Über das, was die Männer mit ihrem Einverständnis mit ihr angestellt haben?
Nun hat der Blonde einen Auftritt in Bridgets Tagtraum: Er steht vor ihr an der Bettkannte, während sie auf allen Vieren im Bett kniet. Der Mann bietet ihr seinen prall geschwollenen Schwanz an. Hastig haschen ihre gierigen Lippen nach dem pochenden Prügel des Mannes. Saftig und glatt rasiert ist dieses Glied, ein Leckerbissen. Der Mann packt sie an den Haaren. Sie sperrt ihren Mund auf, so weit sie kann…
Das Brennen zwischen den Beinen, der Schmerz im Kiefer. Langsam macht alles einen Sinn.
Bridget plagt sich aus dem Bett. Mit weichen Knien schleicht sie ins Bad, unter die Dusche. Während das warme Wasser die Sünden der Nacht hinwegspült, spielt ihr Geist mit ihren puzzleartigen Erinnerungen. Wie eine Fliege an der Wand sieht sie sich selbst auf dem Rücken liegend im Bett. Ihr Arsch an der Bettkante, die Beine wie ein Skispringer zum V geöffnet. Der Dunkelhaarige steht zwischen ihren Schenkeln und fickt sie. Hinter dem Dunkelhaarigen steht der Blonde und spreizt energisch und mit einem teuflischen Grinsen ihre Beine auseinander. Damit der Dunkelhaarige leichtes Spiel hat.
Die Männer wechseln sich ab. Sie verhöhnt den Mann, der sie gerade gefickt hat: „War das schon alles? Länger kannst du nicht? Streng‘ dich doch endlich ein wenig an!“, keucht sie benommen. Dann ist der Blonde an der Reihe. „Jungs, mehr Einsatz bitte!“ Sie provoziert die Männer, spornt sie an, geilt sie mit ihren Worten auf.
Bridget huscht ein Lächeln über die Lippen, während sie den Duft des Shampoos genießt. Mit dem warmen Wasser kehren die Lebensgeister in ihrem sexuell befriedigten Körper zurück. Ein neues Gefühl ringt um ihre Aufmerksamkeit. Es ist das Knurren ihres Magens. Gestern hatte sie Appetit auf Männer, nun hat Bridget Appetit auf ein herzhaftes Frühstück. Wenn dies wirklich ein Hotel war, dann gab es sicherlich auch ein Frühstück für sie.
Als Bridget abgetrocknet, geföhnt und geschminkt aus dem Badezimmer kommt und einen Blick auf die Uhr wirft, muss sie ihre Frühstückspläne verwerfen. Es ist vier Uhr Nachmittag. Dann eben Abendessen. Skeptisch betrachtet sie ihre Klamotten: Absatzstiefeletten, Netzstrumpfhose, Leder-Mini, Trägertop, kurze Jacke. Die Männer werden ihr (neu)gierig hinterherblicken. Aber das ist sie ja gewohnt…
Am Morgen danach
23 3-6 Minuten 0 Kommentare
Am Morgen danach
Zugriffe gesamt: 5144
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.