Am Rande der Wüste

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Am Rande der Wüste

Am Rande der Wüste

Sven Solge

Fatma schaut mich ungläubig an, doch plötzlich griff sie nach meinen Händen und legt sie wieder auf ihr Knie, dorthin wo ich sie vor wenigen Augenblicken noch blöderweise hingelegt hatte.
Ich spürte, dass sie mir damit ihr Vertrauen ausdrücken wollte, streichelte kurz über ihre Beine und erhob mich.
Bevor ich mich zum Tisch umwenden konnte, sagte sie leise: „Ich kommen morgen mit nach Marrakesch!“
Sie hatte sich erhoben, als sie es sagte und stand nun dicht vor mir.
Ein leises Glücksgefühl durchströmte mich, sodass ich sie kurz in meine Arme schloss, sie aber sofort wieder losließ, als ich spürte, wie sie sich etwas versteifte.
Zu meiner Überraschung war sie es jetzt, die mich umarmte und ihren schlanken Körper an mich presste. Ich hatte meine Arme automatisch um sie gelegt und wartete nun darauf, dass sie sich wieder von mir lösen wollte, doch das tat sie nicht. Im Gegenteil, Fatma kuschelte sich  förmlich in meine Arme und an meinen Hals, sodass ich stillhielt und diese Nähe genoss.
Eine Weile standen wir so, bis ich mich von ihr löste und mich an den Tisch setzte.
Eine eigenartige Stimmung beherrschte einen Augenblick den Raum, doch als ich sah, wieviel sie wieder gekocht hatte, bat ich sie mit mir zu essen, doch das lehnte sie entschieden ab. Daraufhin füllte ich mir genug auf den Teller und sagte zu ihr, sie möge den Rest bitte für ihre Familie mitnehmen, ihren Mann oder Kinder.
Erneut schüttelte sie ihren Kopf: „No husband, no Children, but grandma.
Sie schnappte sich die Schüssel und war wenig später verschwunden.
Nachdem ich gegessen hatte, setzte ich mich an meinen Laptop und schrieb an Michel Zech, meinem kranken Kollegen und fragte ihn nach Fatma aus und von wem sie bezahlt würde oder ob ich das übernehmen müsste.
Die Antwort kam schnell!
„Hallo Wolfgang, entschuldige von Fatma hätte ich Dir erzählen müssen.
Vorweg, bezahlt wird sie von der Gesellschaft, darum brauchst Du Dich nicht zu kümmern.

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