Automatisch ging mein Blick zu der Stelle, an der Fatma ihren Gebetsteppich ausgerollt hatte und zu meinem Erstaunen konnte ich noch den Abdruck ihres Teppichs im flachgedrückten Gras erkennen, genau an der Stelle wo er gelegen hatte.
War es also doch kein Traum?
Nachdenklich ging ich zurück ins Haus und sah den gedeckten Frühstückstisch. Fatma war eindeutig schon da gewesen!
Mir war etwas mulmig, bei dem Gedanken, sie beobachtet zu haben. Doch sie konnte doch nun nicht davon ausgehen, dass ich sie bei ihrem Gebet nicht sehen würde? Was bezweckte sie damit?
Außerdem kannte ich mich mit den Gepflogenheiten, in diesem orientalischen Land nicht aus.
Währen des Frühstücks versuchte ich übers Internet etwas über die Frauen in diesem Land herauszufinden, was jedoch sehr dürftig war.
Anscheinend wurde aber an den demokratischen Rechten der Frauen schon gearbeitet.
Kaum hatte ich mein köstliches Frühstück vertilgt, klopfte es auch schon, mein Fahrer war da!
Die Baustelle war schon weit fortgeschritten, sodass mein Wirkungsfeld sehr eingeschränkt war. Am Nachmittag wollte ich eine Baubesprechung ansetzten, was dann unter lautem Protest der Bauarbeiter, auf den frühen Abend verlegt wurde. Ich hatte nicht an die Hitze gedacht. Um die Mittagszeit wurde zwei Stunden Siesta gemacht, also setzte ich mich in meinen Toyota und fuhr zum Bungalow zurück.
Zu meiner Überraschung kam mir Fatma im Flur entgegen und lächelte mich strahlend an. Sie trug heute einen blauen Abaya, der vorne mit goldenen Ornamenten verziert war. „Dinner?“, fragte sie und deutete mit der Hand in Richtung Esstisch.
Ich nickte und fügte mit einer Geste auf ihr Outfit hinzu: „Beautiful!“
Sie schien darüber sehr erfreut zu sein, denn ihr Blick wurde noch wärmer, was er durch die dunklen Augen sowieso schon war.
Und ich meinte es wirklich ernst, denn ihr Anblick war wirklich bezaubernd.
„My name is Wolfgang!
Am Rande der Wüste
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Am Rande der Wüste
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