Ihre Züge wurden weich. Sie schaute mich etwas unschlüssig mit ihren fast schwarzen Augen an, so als wüsste sie mit ihren Emotionen nichts anzufangen, doch dann ging ein Ruck durch ihren Körper. Sie machte einen Schritt vorwärts und umarmte mich, dabei rutschten ihre Lippen über meine Wange, weil sie wohl selber von ihrer Impulsivität überrascht wurde.
Ich umfasste automatisch ihren schlanken Körper und zog sie an mich, musste aber gleichzeitig lachen, als ich sie anhob und einmal rumschwenkte.
Jetzt lachte auch Fatma, als ich sie wieder absetzte.
Wir standen eine Weile schwer atmend voreinander, bis ich sie fragte „Girlfriend?“
Als sie jetzt heftig nickte, küsste ich sie nochmals auf die andere Wange und ging einen Schritt zurück.
Fatma schien durcheinander zu sein. Schweigend nahm sie ihre Tasche und verließ das Haus.
Am Abend kam ich fertig zurück in mein Quartier und fand einen gedeckten Tisch, mit einigen Köstlichkeiten vor. Sogar einen kleinen Strauß Blumen hatte meine neue Freundin mir hingestellt, sodass mir ganz warm ums Herz wurde.
Ich duschte schnell, um mir den endlosen Staub abzuwaschen, zog mir eine kurze Hose und ein T-Shirt über und setzte mich an den Tisch und aß zu Abend.
Nachdem ich noch einige Notizen in meinen Laptop geschrieben und meine E-Mails gelesen hatte, beantwortete ich noch einige.
Mein kranker Kollege teilte mir mit, dass morgen der letzte Container mit den restlichen Trennwänden ankommen würde, was ich allerdings schon wusste.
Dann schaute ich noch etwas fern, ging dann aber rechtzeitig ins Bett.
Ich weiß nicht was mich geweckt hatte, aber es dämmerte draußen schon. Da hörte ich es wieder, leise Schritte, so als wenn jemand barfuß über die Fliesen des Flurs gehen würde.
Scheinbar war Fatma schon da und bereitete das Frühstück für mich.
Ich war etwas aufgeregt, ob sie heute wohl wieder nackt beten würde.
Am Rande der Wüste
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Am Rande der Wüste
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