Am Set

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Alina Soleil

Wieder einmal wird mir bewusst, dass ich während meiner Drehs viel zu sehr mit mir selbst und dem Plot beschäftigt bin und meine Partner oft nur wie durch einen Filter wahrnehme.
„Wir haben Glück“, holt mich Johnny aus meinen Gedanken zurück. „Gerade wurde ein Tisch frei, den haben sie für uns reserviert.“
Wir gehen die paar Minuten bis zum Grand Hyatt zu Fuß. Ein Aufzug bringt uns direkt in die oberste Etage. Mit einem leisen „Pling“ öffnet sich die Tür und gibt den Blick frei auf einen stylischen Flur mit viel Glas, Chrom und schwarzem Holz sowie zwei schlanken, hohen Vasen mit asiatisch anmutenden Gestecken. Vor einer getönten Glastür steht ein schwarzes Pult, auf dem in goldenen Lettern das Wort SKYFALL glänzt. Hinter dem Pult wartet eine verboten hübsche Blondine auf die Gäste.
Mit einem angedeuteten Nicken und einer eleganten Handbewegung bedeutet Johnny mir, voranzugehen. Als wir das Pult erreichen, schaut mich die Blondine fragend an. Ihr Blick hat etwas Überhebliches. Grüßen war offenbar nicht in ihrem Lieferumfang, denke ich mir, bleibe aber freundlich.
„Guten Abend, wir hatten reserviert, auf …“
„Herzle“, wirft Johnny ein.
„Herzle“, wiederhole ich.
„Für zwei Personen“, ergänzt Johnny. Wie herzig, denke ich mir, als ob man das nicht sehen würde.
Die Blondine blättert im Reservierungsbuch, hakt einen Eintrag ab und geleitet uns dann wortlos zu unseren Plätzen auf der Freiterrasse, direkt am verglasten Geländer mit perfektem Blick über die Stadt. Johnny bietet mir, wie ein Kavalier der alten Schule, den besseren Stuhl an. Kurz darauf kommt eine der zahllosen Bedienungen und reicht uns die Karten. Sie duzt uns unvermittelt, als wären wir alte Bekannte: „Wenn ihr was essen wollt, das Ceviche vom Wolfsbarsch ist leider aus.

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