Amanda

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Dreißig Minuten später rumpelte die angeschlagene Luxuslimousine im Schlepptau durch´s Tor eines imposanten Gutshofes. Torben staunte nicht schlecht. Wir schreiben das Jahr 2004. Dennoch fand er sich plötzlich mitten in einer Art Hippiekomune wieder. Lauter neugierige, bunte Vögel.
„Seit ihr Blumenkinder?“ …fragte er spontan.
Amanda lächelte. „Eine moderne Variante vielleicht. Wir mögen es schon komfortabel. Aber in der Tat, wir schätzen die freie Liebe und meiden den Stress. Auch wenn wir alle viel Arbeiten, und nur wenig kiffen,“ …lachte sie breit.
Sie hatte wirklich ein wunderschönes Gesicht…
Aber im Ernst. Meine Schwester und ich haben das Gut überraschend nach der Wiedervereinigung von unseren Großeltern geerbt. Zu Ostzeiten haben sich die Eltern bedeckt gehalten. Wir Kinder wussten echt von nichts. Aber Mom war ne waschechte Freifrau von O. Dad hingegen, war ein vorbildlicher Werktätiger; nur Maschinenschlosser und somit ein stinknormaler Bürgerlicher.“ Aber er hat´s nie raus hängen lassen, …grinste sie spitzbübisch.
„…Bauernland in Junkershand“ …Lachte sie schließlich breit. Wir sind ganz zufrieden mit dieser Wende. Reich sind wir nicht. Außer dem herunter gewirtschafteten Gut, haben wir nichts geerbt. Aber wir haben viel Platz und an Freunde untervermietet, die Wohn und Arbeitsraum für ihre Projekte benötigen. Meine Schwester betreibt ihre Werkstatt, Björn schreibt Computerprogramme, Linda betreibt ungestört mit drei Kolleginnen ihr Webcamstudio, Robert vertreibt Großbohrgerät in alle Welt, mein Sohn Ben geht noch in den Kindergarten. Und ich, die studierte Volkswirtin, manage die ganze Konstellation.

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Gedichte auf den Leib geschrieben