Selbst die Angst, die ihn eben noch – allein in der Hütte – beschlichen hat, ist verschwunden. Im Gegenteil, er ist stolz und trägt seine gestärkte Männlichkeit hoheitsvoll vor sich her.
Unter den Frauen macht sich beifälliges Gemurmel breit, viele klatschen in die Hände. Wo ist er hier? Sollte er in die Hände eines übrig gebliebenen Stammes der berühmten Amazonen gefallen sein? Die haben doch in früheren Zeiten in Kleinasien gelebt, wie er aus einer kürzlich gesehenen Dokumentation im Fernsehen weiß. Von dort ist es nur ein Katzensprung zu seiner griechischen Ferieninsel. Ronald schaut sich um - wirklich ausschließlich Frauen. Aber wo kommen die Kinder her? Auf einmal meint er zu begreifen.
Das kann doch nicht wahr sein!
Und? Haben sie jetzt wirklich das mit ihm vor, woran er gerade denkt? Und danach? Was wird dann aus ihm werden?
Als die Prozession auf dem Dorfplatz ankommt, setzen auf Gigis Kommando Trommeln ein. In der Mitte des Platzes ist ein Pfahl errichtet, an den Ronald gebunden wird. Zu dem erregenden Rhythmus der Trommeln beginnt eine Gruppe junger Frauen, ihn am Pfahl zu umtanzen.
Durch ihre Körperbemalung, schwarze Linien, die in gekonnter Weise die Brüste umkreisen und die Schenkel durch Wellen betonen, wirken die nackten Leiber noch aufregender. Eines der schönen, wilden Mädchen fällt ihm besonders auf, weil sie – im Gegensatz zu allen anderen – nicht schwarzhaarig, sondern blond ist. Ihr seidiges Haar schimmert golden und die Augen sind ungewöhnlich dunkel. Was für ein Gegensatz! Eine Schönheit!
Alle tanzenden Frauen sind bestrebt, seine Erregung nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern möglichst noch zu steigern. Sie bewegen sich mit ihren ölglänzenden, bemalten Leibern äußerst lasziv zu dem eingängigen Takt.
Während Ronald immer geiler wird, unwillkürlich an seinen Fesseln zerrt und unter dem Jubel der Umstehenden sein Becken nach vorn stößt, schert eine junge Frau aus dem Kreis der Tanzenden aus.
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