Marisas hohe Brüste hatten die elegante Form geschwungenen Rahms und wirkten wie zärtlich vom Wind gestreichelte Dünen. Die feinen Venen mündeten in traumhaften Brustwarzen, und es musste einer ein Griesgram sein, wenn er sie sich nicht liebend gerne in den Mund gesteckt hätte, wie die reifen Brombeeren, die am Rand des Kulmwaldes im Versteckten schimmerten.
Marisas gebückter, verhärmter Gang zum Markt aber bildete einen starken Kontrast zu ihrem vielversprechenden, lebenslustigen Körper, der sich ja schon einem Manne, dem Vater der kleinen Elisa nämlich, geöffnet hatte. Marisa brachte die Männerschläfen in Ausserberg zum Pulsieren, und auch die Schwengel, es sei offen gesagt, pulsierten. Marisa besetzte sämtliche Gedanken der
Männer im Dorf, die weit in der Überzahl waren. Darum wohl mussten die Frauen für zärtliche und gröbere Liebesspiele öfter hinhalten, als ihnen lieb war.
In Ausserberg wäre die klassische Hurerei undenkbar gewesen – den Männern blieb nichts anderes, als sich dann und wann an ihren Kühen und Schafen zu verlustieren, wenn es denn gar nicht mehr anders ging und die Frauen den Triebstau nicht mehr ertrugen. Die Praxis mit den Stalltieren war in vielen Bauerndörfern Gang und Gäbe und gab kaum zu Gerede Anlass. Die üppige, geile, wilde Marisa aber, mit ihrer verruchten Vergangenheit, entflammte die Seelen und Herzen. Im Geiste schürte der Pfarrer bereits das Feuer unter dem Scheiterhaufen, das Feuer, das Marisa eines Tages genussvoll, vor den Augen aller, verschlingen würde.
Marisa hatte ein Geheimnis. Ihre Brüste spendeten noch immer süße, fettige, gesunde Milch – bis vor wenigen Tagen hatte sie ja die kleine Elisa noch gestillt. Sie hatte beschlossen, diesen Milchfluss auf keinen Fall je versiegen zu lassen – dies tat sie ihrem sehnenden Mutterherzen zu Liebe.
Die Amme
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