An der Mauer

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An der Mauer

An der Mauer

Harry Moor

Lässt mich einfach wie einen begossenen Pudel da stehen. Geht einfach zur Decke. Dabei wischt sie sich, glaube ich, meinen Saft von der Haut und kostet ihn sogar. Mann, welch ein Weib.
In meinen Knien ist auf einmal kein Funken Kraft mehr. Meine Schultern, meine Arme, ja Hände brennen, bluten. Mann, werde ich Morgen wieder einen Muskelkater haben, jede meiner Sehnen wird ziehen. Bei jeder Bewegung werde ich an diese Mauer denken. Verdammt. Konnte mich ja heute schon nicht mehr richtig rühren. Zu Hause werde ich erst einmal den ganzen Sonntag nur schlafen. Nur schlafen. Und, Scheiße, ich hoffe, sie hat das wirklich ernst gemeint, mit Morgen. Ich kann nicht mehr. Alter Mann. Aber so weit ich mich erinnere, war ich früher auch immer fertig nach so einer abwechslungsreichen Urlaubswoche. Alle Tage hat man ja so eine Woche auch als Junger nicht.
Oh Gott! Mann, bin ich fertig. Aber verdammt noch mal, das war es wert. Und wenn ich dabei drauf gegangen wäre. Herzinfarkt, aber gleich ordentlich, sei mir willkommen. Geil, geil, geil. Echt, so einen Hausmauernfick müsst Ihr Euch mal genehmigen. Am Besten fickt es sich an der Wand von einem nach oben schmäler werdenden Leuchtturm. Direkt am Meer. Da habt ihr auch noch das Rauschen der tosenden Brandung dazu. Und Alles frei Haus. Kostet keinen Pfennig. Aber eine Mauer von einem dreistöckigen Haus tut es auch. Müsst Euch halt den Rest dazu denken. Und stellt Euch in Erdumdrehungsrichtung auf, sonst ist nichts. Der absolute Über-Drüber-Wahnsinn mal tausend und ein Milliarden. Das schönste Schweiniglsein der Welt. So ein Hausmauernfick ist, als lege dich ein Götterfunken so babyklein und heim an Mama´s milchgefüllte Brust. Ein Verschweben auf Wolken. Ein Verrinnen im Sein. Und zuletzt ein Explodieren ins absolute Nichts. Mehr ist nicht mehr möglich. Zumindest weiß ich nichts davon.
Übrigens, sie hat mir nachher erzählt, sie wäre deshalb runter gerutscht, weil sie die ganze Zeit über ihre ganze Kraft in ihren unteren Muskelpartien zusammen gekrampft hätte. Und als sie dann merkte, wie ich kam, hätte auf einmal Alles in ihr nach gegeben. Da fällt mir wirklich nur ein einziges Wort dafür ein: Weib!

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