Irgendwie bin ich deshalb sogar irgendwie zufrieden, trotz dieses entsetzlichen Vertrauensbruches und der Tatsache, dass Bernd und seine Gangsterfreunde mich als ihr Eigentum ansehen.
Ich mache mir aber keine Illusionen. Aussteigen ginge, wenn Bernd ordentlich Geld hinlegt um mich freizukaufen, doch danach sieht es nicht aus. Er hat es sich gut eingerichtet so, lebt gut von mir, besser als von den Häschen, die er vorher am Start hatte oder noch hat. Meinen Traum von einem normalen Leben mit Kindern in einer anderen Stadt hält er mit vager Zustimmung am Leben. Ich weiß genau, dass er lügt.
Dieses Leben, das ich eigentlich nicht will, kann noch einige Jahre gut gehen, ich bin erst 26 und werde wohl noch eine Weile gut aussehen, also genug Geld bringen. Aber mittlerweile weiß ich, wie das Geschäft funktioniert. Irgendwann verfrachten sie mich in ein billiges Bordell und die Endstation heißt Straßenstrich.
* * *
K. verdient nicht besonders viel, so eine volle Schicht von mir kostet ihn ein halbes Monatsgehalt. Und doch, er bucht mich jeden Monat.
Ja, es gibt neben den betuchten Geschäftsleuten die armen Schlucker, die sich einmal noch etwas wunderschönes leisten wollen und dafür viel erspartes hinlegen, einfach, damit auch mal Träume in Erfüllung gehen und das Wünschen erlaubt ist. Schlimm ist, wenn ich merke, wie sie sich übernehmen und dann nur noch umso frustrierter sind.
K. war sich seiner Rolle bewusst, er machte sich keine Illusionen. Doch er spürte auch, wie gern ich seine Gesellschaft mochte. Er hatte seine exotischen tabulosen Wünsche schüchtern, aber ehrlich offenbart und immer meine Gefühle zu ergründen versucht, ohne zu nerven. Ich freue mich wirklich auf ihn, und auch auf den Sex mit ihm.
Manchmal träume ich davon, ungeschminkt und ungekämmt im Jogginganzug bei K. auf dem Sofa zu liegen und ihn einfach um eine Tasse Kaffee zu bitten, weil ich nicht von der Glotze aufstehen will.
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