.... so heiße ich. Nicht, dass mich viele mit der serbischen Bluesrockgöttin verwechseln würden, und wenn, dann wär's auch nicht schlimm. In Serbien, das ich nur von Verwandtenbesuchen mit meinen Eltern kenne, ist das ein Allerweltsname. Ich aber bin hier geboren und aufgewachsen und musste mir schon als Teenie auf dem Schulhof anhören, der Name ist Programm und so, nur weil sie meinen Namen absichtsvoll falsch und anzüglich aussprachen. Es hat mich angewidert und nie hätte ich mir so eine Sauerei vorstellen können.
Mit dem Erwachen der Frau in mir habe ich die Erfahrung gemacht, dass Sex mich fasziniert und glücklich machen kann. Nur leider standen in der Mehrzahl selbstbewusste Idioten bei mir Schlange. Lange Beine, dunkle Haare, eine gute Figur und ein hübsches Gesicht, alles geerbt von meiner traumhaft schönen Mama, können auch eine Belastung sein. So gab ich mich zugeknöpfter als ich sein wollte, um dann, wenn ich mich auf einen Mann einlassen mochte, umso zielstrebiger tiefe Befriedigung zu suchen. Getrieben von meiner nicht versiegenden Neugier und der Sehnsucht, immer noch intensiver zu spüren, habe ich irgendwann einen einfühlsamen Liebhaber zum Künstlereingang gebeten und es nicht bereut.
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Wie immer lächelte er sein warmes, melancholisches Lächeln, als er die Tür öffnete. Eine ruhige, kraftvolle, unendliche Freude mich zu sehen sprach aus seinem Blick. Schön war das, wie er mich ansah. Es wäre nur für einen unsensiblen Zeugen dieser Szene unhöflich, dass er mich mit keinem Wort hereinbat. Sein absichtsloses Begehren im Betrachten ohne irgendeine Unterwerfung an ein Diktat der Zeit brachte mir eine fast religiöse Verehrung dar und war nichts anderes als ein wunderbares Kompliment.
Überhaupt brauchte ich keine Aufforderung einzutreten. Langsam schritt ich auf ihn zu und schmiegte mich in seine Umarmung. Schön Dich zu sehen, hauchte ich in sein Ohr, als ich ihn umarmte und er drückte mich fest an sich.
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