„Wenn sie im Sommer im Garten liegen, wenn sie im Bad und Schlafzimmer sind!“, sagte sie ohne weitere Angabe.
„Würdest du mir den Gefallen tun, mehr als in einem Satz zu reden. Es ist sonst sehr mühsam für mich. Wenn du mir also was sagen willst, dann vernünftig. Früher konntest du das auch!“
„Im letzten Sommer habe ich sie im Garten liegen gesehen, von meinem Fenster aus im ersten Stock. Von dort kann ich auch in ihr Schlafzimmer schauen, ins Bad!“
Sofort ist es mir bewusst. Ich kenne das Dachfenster, das in Richtung meines Hauses ausgerichtet ist, es ist auf derselben Höhe wie meine und meistens mit einem blickdichten Tuch verhängt. Dass es das Zimmer von Andrea ist, weiß ich nicht, habe mir niemals Gedanken darüber gemacht. Auch nicht, meine Fenster entsprechend zu verhängen. Ich fühle mich unbeobachtet, wenn ich dort bin. Entsprechend offen. Warum auch nicht, außer von dem Fenster von gegenüber, kann man nicht bei mir reinschauen. Wie es aussieht, habe ich mich getäuscht.
„Schon Jahre lang schaue ich zu ihnen herüber, weiß, wann sie unter die Dusche und schlafen gehen. Sie sind ein Mann mit festen Ritualen, man kann sich zeitlich gut auf sie verlassen. Wenn es soweit ist, schaue ich durch einen Spalt zu ihnen herüber, warte mit Herzklopfen darauf, dass sie erscheinen. Wenn es soweit ist, kann ich meine Augen nicht mehr abwenden, warte darauf, sie betrachten zu können!“
Andrea macht eine kleine Pause, nimmt von ihrem Getränk, dass ich ihr hingestellt habe, einen Schluck, um ihren scheinbar trockenen Hals zu befeuchten. Ich sage keinen Ton, höre ihr äußerlich ruhig zu. Innerlich sieht es ganz anders aus. Ein Gewitter von Gedanken erfüllt mein Gehirn mit Aufruhr, lässt es geradezu explodieren.
„Wenn es dann soweit ist, sie sich ausziehen, ich sie nackt sehen kann, entfacht ihr Anblick ein Feuer in mir, Hitze durchströmt mich, verbrennt mein Innerstes.
Andrea
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Andrea
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