Andrea

86 18-29 Minuten 0 Kommentare
Andrea

Andrea

Kastor Aldebaran

Manchmal kommt es einfach in meinen Kopf geschossen, eine Idee, ein Geistesblitz. Gut, dass ich normalerweise ein Notizbuch bei mir trage und es sofort aufschreibe, sonst habe ich es innerhalb von Minuten vergessen.
Mit einem Blick in diese Büchlein wird mir klar, dass dort nichts steht, was mich im Moment anmacht. Eine Geschichte, die keine Reaktion in mir auslöst, schreibe ich nicht. Der Text ist für mich, die Leser stehen an zweiter Stelle, dürfen an meinen Gedanken teilhaben, wenn sie möchten. Manches Mal wundert es mich, dass es gelesen wird, meine teilweise verschwurbelten Fantasien, Ergüsse meiner Einbildung ein Publikum haben. Vielleicht geht es ihnen wie mir, können sich vorstellen, was ich sehe, haben ähnliche Gefühle dabei. Das wiederum kann ich verstehen.
Leider bringen mich die Gedanken auch nicht weiter, das Blatt auf dem Bildschirm bleibt weiß. Mist, ich fühle mich unter Zwang gesetzt, keine gute Voraussetzung, um einen Einfall zu bekommen, im Gegenteil, es verhindert einen freien Gedankengang. Selten kommt etwas Gutes dabei raus. Schreibe, wenn du Lust dazu hast, habe ich mir oft gesagt, lasse es nicht zum Zwang werden. Leider halte ich mich nicht immer daran.
Also stehe ich auf, gehe in die Küche, setzte einen Kaffee auf, nehmen ein paar Kekse und stelle mich an das Fenster, sehe hinaus, betrachte das trübe Wetter. Regen und tief hängende, dunkelgraue Wolken, die einen unablässigen Strom von Wasser absondern. Es ist kühl und windig. Gut, dass ich nicht draußen arbeiten muss. Aber da hätte ich wenigstens gewusst, was ich machen muss. Ein Müllmann fragt sich nicht, was in der nächsten Tonne ist, braucht sich keine Gedanken darüber machen, was er als Nächstes macht. Manchmal beneidenswert. Ob für immer, eher nicht. Ab und zu wäre eine solche Tätigkeit trotzdem erholsam. Ist wie Rasenmähen. Leider im Moment zu nass draußen, sonst hätte ich es glatt gemacht.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 10398

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben