Andrea

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Andrea

Andrea

Kastor Aldebaran

Gerade als mir diese Gedankenfetzen durch das Hirn wandern, sehe ich Andrea von nebenan, die von der Uni zu kommen scheint. Sie sitzt durchnässt auf ihrem Fahrrad, radelt schnell wie möglich nach Hause, um dem Wetter zu entkommen. Nass wird sie trotzdem, um es genauer zu sagen, pudelnass.
Sie ist ein nettes Mädel, die Tochter von Margit und Heins, die seit vielen Jahren meine Nachbarn sind. Ich kennen Andrea bereits ihr ganzes Leben lang, habe sie aufwachsen sehen und finde, dass aus ihr eine wirklich gut aussehende Frau geworden ist. Dazu immer höflich. Manchmal unterhalten wir uns über den Gartenzaun und ich bemerke, dass sie ein fröhliches, intelligentes, gut erzogenes Wesen ist, mit dem ich mich gerne unterhalte. Ihre offene Art ist ein Grund, warum ich sie sehr sympathisch finde. Außerdem, und das kann ich nicht übersehen, ist sie eine schöne Frau geworden. Manches Mal frage ich mich, warum ich nicht dreißig Jahre jünger bin. Sie wäre etwas für mich gewesen. Ob sie mich überhaupt beachtet hätte, steht auf einem andern Blatt Papier geschrieben.
Also nehme ich einen ersten Schluck aus meiner Tasse, lasse mir das heiße Gebräu durch die Kehle laufen, fühlte, wie er warm im Magen ankommt. Sofort steigt in mir eine wohlige Wärme auf. Währenddessen schaue ich Andrea zu, wie sie die Garage nebenan aufmacht, ihr Fahrrad hineinschiebt und pitschnass, mit strähnigen Haaren und klebenden Klamotten zur Haustür rennt.
Doch irgendwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Sie geht nicht hinein, sondern steht außergewöhnlich lange dort und ich wunder mich darüber. Draußen ist es viel zu kalt, um dort zu stehen, besonders in ihrem Zustand. Auch ist es ungewöhnlich, dass sie sich umsieht, als wenn sie Hilfe braucht.
Wenige Sekunden dauert es, bis sie mich hinter dem Küchenfenster entdeckt und mir zuwinkt. Ich antworte ihr sofort, hebe meinen Arm und schüttel die Hand hin und her.

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