Der Anblick durchströmt mich, lässt meinen Körper anders erwachen, als ich es möchte. In mir kämpfen Engel und Teufel miteinander.
„Tue ich das nicht?“, versuche ich zu retten, was möglich ist, doch damit komme ich nicht weit.
„Nein, das machen sie nicht. Wenn ich ihren Blick richtig interpretiere, starren sie mir gerade in den Ausschnitt!“
Ich räusper mich, bin verlegen.
„Ist dort etwas, was sie mehr interessierte als Schach? Oder lenkt es sie derart davon ab, dass sie nicht mehr spielen können und Fehler machen?“, fragt sie mich und wackelt mit ihrem Oberkörper seitlich hin und her. Der Vergleich mit Glocken schießt mir sofort in den Sinn.
„Nein!“, bin ich mir sicher und Andrea greift an den Bademantel, löst den Gürtel und streift den oberen Teil über die Schulter. Jetzt ist sie bis zum Bauchnabel nackt, hebt ihre Oberkörper an, bietet meinen Augen einen unverstellten Ausblick auf ihre Oberweite.
„Dann macht es ja nichts, wenn ich mich vor ihnen ausziehe!“, stellt sie fest und ich nicke, wobei mir bewusst wird, dass mein Mund offen steht. Sofort schließe ich ihn, schaue auf das Brett und starre die Figuren an.
„Nein, macht mir nichts aus!“, raune ich ihr zu, greife nach einer meiner Figuren und ziehe sie, ohne mir darüber im Klaren zu sein, was ich damit auslöse. Der Zug ist zwar richtig, doch nicht durchdacht genug. Sofort verliere ich einen Bauern aus meiner Verteidigungskette, ohne ein Gegenmittel dagegen zu haben.
Jetzt hat der Feind sich auf meiner Seite festgesetzt und es ist nicht schwer zu erkennen, dass meine Lage fast aussichtslos ist. Wenn, werde ich ihn nur durch große Opfer los und bin danach stark geschwächt. Ich glaube nicht, dass ich das gewinnen kann. Trotzdem lasse ich es mir nicht anmerken, will das Beste daraus machen. Wenn schon verlieren, dann mit Würde. Ein Patt wäre vielleicht möglich. Immerhin etwas.
„Das glaube ich ihnen nicht!“, ist Andrea sich sicher.
„Doch, ich habe dich als Kind oft ohne Oberteil gesehen, im Planschbecken, das ich dir gekauft habe, oder wenn ich dich ins Bett gebracht habe!“, versuche ich mich zu verteidigen, obwohl mir klar ist, dass diese Ausrede auf tönernen Füßen steht.
Andrea bemerkt es sofort, lässt mich nicht zappeln, sondern schlägt sofort in die Kerbe.
Andrea
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Andrea
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