Annas Kehrseite

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Annas Kehrseite

Annas Kehrseite

Anita Isiris

Derlei war sich aber die bäuerliche Bevölkerung gewöhnt, das Exkrement wurde geflissentlich ignoriert.

Die auf der Bühne Versammelten eröffneten den Reigen mit zwei schlichten Weihnachtsliedern, dann trat Maria aus dem Bühnenhintergrund nach vorn, faltete die Hände und beugte sich übers Jesuskind. Die sich bückende Maria löste in Silas etwas aus. Der als Josef Verkleidete, in einem langen, mit einer Kordel zusammengehaltenen dunklen Umhang, trat dicht hinter Maria und entsann sich des Moments, in dem er Anna nackt am Hofbrunnen gesehen hatte, sich in derselben Weise nach vorn bückend. Da hielt ihn nichts mehr zurück. Er fasste den Saum von Marias blauem Kleid, das von Ursina, einer geschickten Magd, genäht worden war, und zog ihn hoch. Dann schob er die leinene Hose der Hauptdarstellerin nach unten. Maria bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen – man bedenke nur den Tumult, den Silas-Josephs Aktion ausgelöst hätte. Joseph befreite seinen Speer unter dem Umhang und schob ihn zwischen Marias Schenkel. Im Grunde passte alles zusammen, denn der Heilige Abend und Weihnachten sind ja nichts anderes als ein Geben und Nehmen. Als Joseph Marias warmen Riesenhintern an seinem Bauch spürte, sagte er laut „Amen“, und drang mit einem kräftigen Ruck in die stehende Maria ein. Diese krallte sich an der Krippe fest. „Aaaamen“, echote sie, und noch einmal: „Aaaamen“. Mit kurzen, regelmässigen Stössen vögelte Silas seine Anna in den siebten Himmel, während dem, so will es die Sage, über dem Emmental für kurze Zeit ein Komet aufleuchtete. Dann sah Maria Farben, die sie noch nie gesehen hatte, die Patriarchen verneigten sich vor ihr, sie drückte das Jesulein an ihre Brust, während Silas sich in ihr drin bewegte und seinem ersten echten Orgasmus entgegen keuchte. Beide kamen gleichzeitig.

Das Publikum ahnte nichts. Selbstverständlich wurde da und dort bemerkt, dass Josef sehr nahe an Maria dran war, aber das ist der Geschichte geschuldet, dachten die Menschen.

Einzig der Pater Noster entdeckte später die Spermaflecken an Josefs Umhang. Er dachte sich aber nichts dabei und vermutete lediglich, es seien seine eigenen Spuren.

Und überall weihnachtete es sehr.

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