Ansichtssache

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Ansichtssache

Paul Magallas

„Ihrer kann sich auch sehen lassen!“
„Na, Du bist einer, so früh am Morgen“.
Plötzlich hatte sich etwas zwischen ihnen verändert, nicht nur die Anrede.
„Wie es bei Dir, hast Du Favoriten?“
„Früher dachte ich, ich stehe vor allem auf die knabenhaft festen. Inzwischen gefallen mir auch solche, die weich und voll weiblicher Rundung sind. Abstoßend finde ich künstlich modellierte, aufgefüllt und aufgeblasen. Ich weiß nicht, was Frauen daran finden, sich am Kardashian-Vorbild zu orientieren, ohne zu bedenken, ob es zu ihrem sonstigen Körper passt“.
„Sehe ich ähnlich. Natürlich gibt es auch die verzweifelt heruntergehungerten Hintern.
Was geht in Dir vor, wenn Dir so ein Hintern vor die Augen kommt?“
„Da muss ich überlegen. Das bräuchte Zeit. Hast Du die überhaupt?“
„Hab‘ ich, mein Zug, wenn er denn pünktlich ist, fährt erst in 45 Minuten. Lust auf einen Kaffee dort vorne?“
„Warum nicht. Sich mit einer so attraktiven Frau hinternsinnige Gedanken zu machen, lässt den Arbeitstag einmal anders starten“.
Sie ging voran, ob mit oder ohne Absicht. Das bot ihm Gelegenheit, ihr Hinterteil in dem sehr aparten, kurz geschnittenen grünen Rock zu genießen. Nur schade, dass der Weg an einen Tisch hinten in der Ecke so kurz war.

Sie setzten sich gegenüber, schauten sich zunächst in Ruhe an.
„Hi, ich bin Ramona“.
„Ich bin Klaus“. Das war einmal geklärt. Bevor jetzt eine zu lange, vielleicht peinliche Stille entstand, wiederholte sie ihre Frage.
„Was löst ein Hintern, der Dir gefällt, der dich anmacht, aus?“
„Inzwischen freue ich mich einfach an solch schönem Ausblick, oder Anblick. Früher war ich da verschämter. Schönheit will schließlich gewürdigt werden. Dann versuche ich festzustellen, was das Wundergeschöpf vor mir wohl darunter trägt: Gibt es die Abdruckkanten eines Slips?

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