Ansichtssache

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Paul Magallas

Sie war ihm auf dem Bahnsteig schon aufgefallen. Wie so viele andere wartete er auf den Zug nach Stuttgart. Jeden Morgen das gleiche Phänomen: Erst war der Bahnsteig leer, dann füllte er sich plötzlich kurz vor Abfahrt des Zuges. Ihr Äußeres stach heraus: Klein und zierlich von Gestalt, blonde Haare mit keckem Pagen-Schnitt. Sie war schwarz gekleidet mit etwas auffallend Grünem um die Hüften. Die Beine in schwarzen Strümpfen und Stiefeln. Einen kleinen Trolley samt Handgepäck zog sie hinter sich her. Sie stach aus der Masse der Berufspendler:innen heraus.

Der Zug erreichte in Stuttgart den Ziel- und Endbahnhof. Aus den Waggons quoll die Menge, um sich am Ende des Bahnsteigs zu verteilen. Er war in Gedanken. Vor ihm lief eine junge Frau: knabenhaft schmal, dunkle Haare. An ihrem Hintern sog sich sein Blick fest. Er war vollkommen, fest und rund. Ihre Trikothose formte seine Konturen nach. Kein Abdruck störte die vollendete Rundung. Allerdings saß die Hose so körperbetont, dass sie in den Po-Schlitz gezogen wurde. Noch nie hatte er gesehen, dass Bekleidung den Schlitz geradezu betonte. Er war fasziniert und versuchte, die junge Frau nicht aus den Augen zu verlieren. Plötzlich lief jemand neben ihm. Ein kurzer Blick nach links: Die Auffällige vom Bahnsteig. Er sah ihren Blick, der auch an dem jugendlichen Hintern klebte. Was ihr jetzt wohl durch den Kopf ging?

Er wusste nicht, was ihn ritt, als er zu ihr gewandt sagte: „Ist das attraktiv oder unverantwortlich?“ Erst nach einem kurzen Moment realisierte die Frau, dass er sie angesprochen hatte.
„Wie bitte?“
„Na, sie schauen doch auch auf diesen wunderbaren Hintern da vor uns“.
„Allerdings“.
„Und, gefällt Ihnen, was Sie sehen?“
„Sie stellen vielleicht Fragen!“ Bevor er auf eine schlagfertige Antwort kam, antwortete sie „Ich mag Pos, vor allem wenn sie so aussehen wie dieser hier“.

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