Anspannung

Ob das gut geht? – Teil 22

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Anspannung

Anspannung

Jo Diarist

Ich habe Lisa fünf Tage in der Woche um mich. Nein, jetzt sogar mehr, denn wir sind auch damit beschäftigt, Vorbereitungen für den Umzug zu treffen. Das betrifft nicht nur Renovierung und Neueinrichtung des Gästezimmers für einen von ihren Söhnen, nein, wir helfen auch, die Wohnung für Conny herzurichten.
Jeder packt bei jedem mit an, und wenn wir einem Beobachter sagen würden, es geht um unsere Trennung, würde der es kaum glauben.
Auch Bernd packt mit an, und doch ist immer eine gewisse Distanz zwischen uns. Er ist einfach nicht der Typ Mensch, mit dem ich gut kann. Und wieder sind es vielleicht unterschwellige Vorurteile, die mich da belasten.
Ob da etwas zwischen Conny und ihm läuft? … keine Ahnung und eigentlich will ich das auch nicht so genau wissen. Auf alle Fälle will sie ihr eigenes abgegrenztes Reich haben, was mich keine starke Verbindung der beiden vermuten lässt.
Heute ist es soweit! Conny zieht mit Hansi und den letzten Dingen, die sie mitnehmen will, in die neue Wohnung. Und auf der Rückfahrt nehme ich Lisa, ihre Söhne und deren verbliebene Sachen mit.
Eine gewisse Endgültigkeit liegt in all dem. Der Tag ist geprägt von Schmerz – vor allem bei den Kindern –, von Unsicherheit und Anspannung. Ich weiß – auch wenn es in diesem Moment wenig hilfreich ist –: Das Leben ist Veränderung. Von Geburt an ändern sich ständig alle Gegebenheiten. Nichts bleibt, wie es einmal war. Ständig muss man sich auf Neues einstellen und Gewohnheiten aufgeben und nicht immer empfindet man das Neue als positiv.
So wird es vermutlich Conny gehen, wenn sie am Abend allein in ihrem Bett liegt. Oder wird sie zu Bernd rübergehen?
Ich glaube es nicht, denn so nah scheinen sich die beiden bei all den Aktivitäten der letzten Tage nicht zu sein.
Abendessen. Zum ersten Mal in der neuen Konstellation.

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