Die nächsten zwei Monate möchte ich am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen. Vielleicht gelingt das irgendwann auch, doch im Moment sind es „Tage des Grauens“, möchte man sagen. Sie sind Stress pur für Nerven, Seele und Körper.
Connys Mutter kommt sogar zu uns, um zu helfen. Von ihr gibt es keine Vorwürfe, von meinen Eltern umso mehr. Sie machen mir regelrecht die Hölle heiß, weil sie Conny sehr gern haben und Lisa nicht kennen. Die ist für meine Eltern der Spaltkeil, den sie aus der Distanz verachten.
Bei Lisa ist es umgekehrt. Da stehen ihre Eltern zu ihr und der Entscheidung und Bernds Familie zu ihm.
Unsere Kinder lassen uns spüren, wie weh wir ihnen mit der Trennung tun. In einem selbst kommen deshalb immer wieder einmal Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung auf.
Nicht, dass ich deshalb den Weg für falsch erachte, aber wenn ich den Schmerz sehe, der andere deshalb plagt, dann tut es mir auch weh.
Conny leidet still vor sich hin. Das kann ich sehen, und doch verliert sie kein Wort des Vorwurfs. Wir können uns sogar darüber unterhalten, und sie stellt fest, dass wir vor vielen Jahren den Faden verloren haben, der uns zusammengeschweißt hat. Und doch kommt jetzt Wehmut bei ihr auf. Bedauern der Fehler, die wir gemacht haben.
Bei mir hält sich das in Grenzen. Auch wenn ich weiß, vieles wird neu und anders werden, so bleibe ich doch wenigstens in einer gewohnten Umgebung. Conny muss in jedem Punkt neu anfangen, weshalb ich ihre Ängste verstehen kann.
Sie hat auch nicht das, was mir alles leichter macht. Nicht diese Vorfreude auf jemanden, nach dem man sich mit jeder Faser sehnt, dessen Nähe man nicht missen möchte, auch wenn es noch auf die Zeit der Schule beschränkt ist. Dessen Nähe man nicht missen möchte, auch wenn es noch auf die Zeit der Schule beschränkt ist.
Anspannung
Ob das gut geht? – Teil 22
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