Evelines aufgekratzte Stimmung stieg deutlich an, als sie Agnes' Haus betraten, doch das legte sich mit dem freundlichen, entspannten Willkommen. Als neue Gäste wurden sie von der Geschäftsführerin empfangen und in die Besonderheiten vor Ort eingewiesen. Es gab die verschiedensten Möglichkeiten, sich zurückzuziehen oder sich öffentlich anzubieten, eine geräumige Lounge mit Bar und eine Boutique mit wirklich allem, was das Herz noch gar nicht kannte, um es zu begehren. Wie sich das Verhältnis von anwesenden Frauen und Männern gestaltete, wurde allein von einer dezenten Lenkung durch die Reservierung beeinflusst. Damen des Gewerbes stellte Agnes nicht an, um Besuchern eine Auswahl garantieren zu können. Dies hielt sie ausdrücklich so, um sich von Anbietern von gewerblichem Sex zu distanzieren. Zwar waren bei ihr Damen und Herren im Service und in der Security fest angestellt, die durchaus auch Interesse daran hatten, sich unters Volk zu mischen. Dies aber eben aus eigenem Antrieb und nicht aus Verpflichtung. Im Ergebnis bedeutete dies regelmäßig Männerüberschuss, was nach Agnes' Meinung ein Vorteil für die Anregung und Befriedigung suchende Dame war, weil mit einer erregten Nummer und oftmals schnellem Erfolg des Mannes für sie nicht gleich der Abend gelaufen sein musste. Die beliebten blauen Pillen zeigten ja auch nicht unbegrenzt Wirkung. Im Übrigen war mit der dezenten Begleitung durch anwesendes Personal gewährleistet, dass Frauen immer sicher waren, so kreativ und grenzüberschreitend sich manches hier hinter verschlossenen Türen auch entwickeln mochte.
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„Na, Eveline, zufrieden?“, fragte Klaus und drückte sich sanft an ihre Seite. Er hatte Anzughosen, T-Shirt und Sakko immer noch an, was ein wenig auffiel unter all dem illustren Völkchen, unter das sie sich nun gemischt hatten.
Aphrodites Männer
Geschichten vom Anfang des Liebens
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