Aphrodites Wunsch

Geschichten vom Anfang des Liebens

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Stayhungry

So kam es dann auch. Es war bitter, aber unsere Töchter waren schon aus dem Haus und Mitte Vierzig ist nicht zu spät für einen Neuanfang. Verletzt waren wir beide, doch auch befreit.“ Klaus nickte, irgendwie ähnelte das seiner Geschichte.

„Nach meiner Scheidung hatte ich zunächst genug von Beziehungen“, erzählte Eveline weiter, „Aber mit der Zeit kam die Sehnsucht nach Zweisamkeit wieder auf. Und da mit der bewältigten Menopause auch das Wechselbad zwischen Angst vor unerwünschter Schwangerschaft und prämenstruellem Syndrom Vergangenheit war, erwachte in mir ein Verlangen, das ich lange nicht mehr gekannt hatte. Was früher nur einen Rempler entfernt von mir im Bett lag und ich nicht mehr wollte, wurde langsam, aber stetig zum Mittelpunkt meiner Suche: begehrt werden, berührt und begattet als Inbegriff sinnlichen Glücks! Nur war ich eben ziemlich aus der Übung. Ob forsche Eroberer oder schüchterne Verehrer, alles tat mir gut und schreckte mich zugleich irgendwie ab. Immer explodierten in meinem Kopf die widerstreitenden Überlegungen, was könnte passen, was passt nicht? Ich konnte nicht unbeschwert genießen. Verabredungen waren Stress für mich, verletzend, wenn ich nüchtern abserviert wurde, beklemmend, wenn ich jemanden als gewogen und zu leicht befunden enttäuschen musste. Bald mied ich Dates und One-Night-Stands und wenn ich mich doch darauf einließ, gab ich mich lüstern und gefühllos, obwohl es in mir manchmal eher umgekehrt war, nur um nicht gekränkt zu werden und den Typen nicht zu kränken. Ich hatte dann sogar für ein Jahr eine Beziehung mit einem sympathischen Mann. Wir wollten halt nicht allein sein und waren zusammen, weil wir uns mochten und respektierten. Nur fehlte der Funke zum lodernden Feuer und am Schluss waren wir einfach nur ratlos.

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