Ihre milchweißen Zähne teilen sich, um die blutrote Zunge riechen zu lassen. Und wenn sie Angst roch in einer Mischung aus Wollust, Erinnern und Vergessen, so wusste sie, dass er in Vorahnung der Dinge bereit war zu hören, von den Spielen ohne Grenzen, von denen sie ihm ins Ohr wisperte, dass Blicke des gepfählten Schweinehauptes wahrscheinlich töten würden, wenn sie könnten, während sie beide besessen die Perlenmuschel klingen ließen und ein Fegefeuer entzündeten für Baal, den Ewigen, den fallschirmspringenden. Nochmals nahm sie die Muschel an die Lippen und blies, bis der singende Ton tief in seinen Körper getropft war und dort einen See gebildet hatte, auf dem die Nebel flüsterten: «Amens, Amens, Amens, Amens» und wallend die Züge annahmen von Bernardo Gui, der keuchend Reueforderungen hustete, Blut und Stahl und Myrrhe spuckend, umgeben von brennendem Papier. Und im Leuchten der Flammen vergingen ihm die Sinne um so viel, was sie zu schenken bereit war. Er trotzte, da er zwar verstand, doch nicht imstande war, zurückzugeben, was sie an ihn verschleuderte, in ihrer jugendlichen Zärtlichkeit.Für ihr Verständnis um die Unzulänglichkeit dieser Momente wurde sie geliebt, gestoßen, gestreichelt, gehasst. Er schrie ihr ins Ohr, dass eines Tages, irgendwann, wenn die Sterne günstig und Merkur wohlgesinnt, er ihr zeigen würde, dass. Bevor er sich wieder von ihr wälzte, weil der Pfeil noch im Bogen gebrochen war, die Sehne gerissen, und das königliche Reh, soeben noch im Visier, in langen, sanften Sprüngen zurückgeeilt war in die undurchdringlichen Dickichte mittelalterlicher englischer Wälder, wo kein Geächteter sie finden, stellen und treffen konnte, und auch die humanistische Bildung vor den Anforderungen des modernen Lebens versagt hatte.
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