Auf der Ampore

Im Frauenreich - Teil 4

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Auf der Ampore

Auf der Ampore

Franck Sezelli

Es ist eine Lust zu greifen nach seinem knüppelharten Steifen.

Danach riechen sie nach Sex, nach Mann, nach Geficktsein – das ist gut auch für den weiteren Abend.

Völlig anders ist die Situation, wenn wir derartige Begegnungsabende in den Problemvierteln für die Unterschicht veranstalten.

Dort, wo wir vom Ministerium die Erfahrung gemacht haben, dass die meisten der Frauen die Antikonzeption nicht mit der erforderlichen Sorgfalt und Regelmäßigkeit betrieben. Und wo deshalb die Zyklenkontrolle nicht funktionierte und die zugewiesenen Begatter an den errechneten Terminen diese Frauen oftmals nicht befruchten konnten. Das sonst so effektiv funktionierende vom Ministerium geleitete System zur Gravidierung der jungen Frauen versagte hier. Inzwischen werden diesen Frauen keine Antikonzeptiva mehr gegeben und die Gravidierung praktisch dem Zufall überlassen. Die Frauen dieser Bevölkerungsschicht erhalten regelmäßig kostenlose Eintrittskarten zu Tanz- und Kopulationsabenden, die dem heutigen äußerlich fast völlig gleichen. Nach der Einganguntersuchung des hormonellen Status erhalten die Frauen, die sich in den fruchtbaren Tagen befinden, besonders gefärbte Bänder, deren Unterscheidung aber nur die Spermaten kennen. Diese sind angewiesen, mit diesen Frauen möglichst frühzeitig am Abend zu verkehren, das heißt für ihren ersten oder zweiten Schuss möglichst eine fruchtbare Frau vor ihre Flinte zu bekommen, um sie zu begatten.
Die Frauen der Unterschicht kennen ihre Einstufung in dieses Begattungssystem nicht. Auch sie stellen bei Kinderwunsch einen entsprechenden Gravidierungsantrag an das Ministerium und erhalten nach Genehmigung häufiger Eintrittskarten für solche Abende, die dann für sie als Begattungsabende bezeichnet werden. Sie genießen in ihren Augen das Privileg, sich im Laufe eines solchen Abends ihre Begatter selbst aussuchen zu können. Mit diesem System werden die Vergnügungs- und Fortpflanzungsfunktionen solcher Abende gut gemeinsam bedient. Es hat sich sehr bewährt.
Letzten Endes kommt es bei diesen Frauen nicht so sehr auf die Selektion der passenden Gene an, die männlichen Gene sind sowieso alle von hinreichend hoher Qualität. Es ist wohl selbstverständlich, dass das Ministerium, das die Schwangerschaften überwacht, Methoden gefunden hat, die verhindern, dass solche Frauen Jungen gebären und damit künftige Spermaten aufziehen. Diese Frauen bekommen stets nur Mädchen und reproduzieren damit ausschließlich ihre Schicht.
Es gibt auch Frauen, die keinen Gravidierungsantrag stellen oder nach einer Geburt nach einem langen Zeitraum keine weitere Schwangerschaft beantragen. Sind sie im Prinzip gesund, erhalten sie Eintrittskarten zu solchen Vergnügungsabenden, denen sie in der Regel nicht abgeneigt sind, solange bis an einem Abend von der untersuchenden Gynäkologin ihre hormonelle Befruchtungsbereitschaft festgestellt wird. Die Spermaten sind über ihre Bebänderung unterrichtet und beobachten sie besonders. Wenn sie sich nicht innerhalb der ersten Stunde auf eine Paarung einlässt, so kümmern sich auf Geheiß der Kopulatricen drei Spermaten intensiv um sie, drängen sie in eine der Kabinen, und einer begattet sie. Wenn dies nicht ohne Widerstand geht, so leisten die beiden anderen Beistand. Solche Fälle sind aber generell äußerst selten, weil diese Frauen sehr gern zu solchem Vergnügen gehen und dort auch die intime Begegnung mit den Spermaten suchen. So sorgt der Zufall dann doch für genügend Schwangerschaften.

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