Auf eine gute Nachbarschaft

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Auf eine gute Nachbarschaft

Auf eine gute Nachbarschaft

Jerome Udamo


Das Erwähnen von Kuchen brachte ein sofortiges und herzliches Lächeln auf mein Gesicht, welches die Strapazen des Tages für einen kurzen Moment vergessen ließ. Der ganze Tag war von der Hektik des Umzugs geprägt gewesen, ohne auch nur eine Minute für eine anständige Mahlzeit zu finden. Die Müdigkeit hing mir in den Knochen, und der Gedanke, jetzt noch etwas kochen zu müssen, war nahezu undenkbar. Mit der angeborenen Höflichkeit, die mir meine Eltern stets anerzogen hatten, lud ich Margit ein, doch für einen Moment hereinzukommen. Sie nahm die Einladung mit einem freundlichen Nicken an, und gemeinsam betraten wir das noch spärlich eingerichtete Wohnzimmer, das vorübergehend als provisorischer Lebensraum diente. Ich räumte hastig einige Gegenstände vom Sofa und zog den Couchtisch näher, um einen Platz für den köstlich aussehenden Kuchen zu schaffen. Margit platzierte den Teller auf dem Tisch und ließ sich nieder, während ich fragte: „Möchten Sie vielleicht einen Kaffee? Glücklicherweise gehört die Kaffeemaschine zu den wenigen Dingen, die bereits ausgepackt sind!“
Mit einem freundlichen Lächeln erwiderte sie: „Aber bitte, du kannst das 'Sie' weglassen, ich bin Margit.“ Etwas überrascht, aber erfreut über die informelle Annäherung, stellte ich mich ebenfalls vor: „In Ordnung, Margit. Mein Name ist Thomas.“ Ich eilte in die Küche, um den Kaffee aufzusetzen, und kehrte dann mit Bechern, Zucker, Milch und kleinen Tellern für den Kuchen ins Wohnzimmer zurück.
Während Margit behutsam die Alufolie entfernte, begannen wir ein angenehmes Gespräch. Sie plauderte über die anderen Bewohner des Hauses, über ihre Marotten und Eigenheiten, was mir half, mich ein wenig mehr zu Hause zu fühlen. Nun, da die erste Aufregung nachließ, nahm ich mir die Zeit, sie genauer zu betrachten. Sie war eine attraktive Frau, deren Alter ihr nichts anhaben konnte.

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