„Aber dann bekomme ich Prügel von meinem Besitzer, wenn ich nichts verdiene ..."
„Keine Angst, ich bezahle dich ... Und nun ...", ich deutete auf den auf den Boden liegenden Kimono. Sie bückte sich, um ihn aufzuheben, wobei ich das erste Mal Teile ihres Rückens sah. Er war übersät mit Brandspuren, ältere und frischere. Sie streiften ihren Kimono über und sah mich ängstlich an. Erst als ich ihr die üblichen fünf ‚New Dollar‘ gab, entspannte sie sich etwas.
Wir setzten uns auf das Bett. „Was ist dir passiert?“
„Wir waren bei der Feldarbeit, meine Eltern, mein Bruder, meine Schwester und ich. Unsere Männer waren bewaffnet, wegen der Donalds, aber auf hinterhältige Menschenjäger waren wir nicht vorbereitet. Sie haben meinen Vater und Bruder hinterrücks erschossen, meine kleine Schwester, damals 22, haben sie vor den Augen von mir und meiner Mutter vergewaltigt, einer nach dem anderen. Sie hat sich später in Gefangenschaft die Pulsadern aufgeschnitten. Das ist jetzt vier Jahre her. Mutter und ich sind dann hier auf dem Sklavenmarkt gelandet. Mich hat der Bordellbesitzer gekauft, für 199 ‚New Dollar‘. Er musste unbedingt einen Buck runterhandeln. Das fand er wohl witzig.“
„Und deine Mutter?"
„Ich weiß nicht, ich habe sie nie wieder gesehen.“
„Und wie lange ist das jetzt her?"
„Habe ich doch gesagt, vier Jahre.“ Ich schwieg vor Zorn und weil mir ein bisschen schlecht wurde. Vier Jahre musste sie schon in dieser Hölle aushalten.
„Und ... und ... der Rücken?"
Sie lachte bitter. „Das verdanke ich Baker, dem Besitzer vom Krämerladen in der Nachbarstrasse. Ist verheiratet und lässt regelmäßig seine sexuelle Frustration an mir aus. Da ich danach oft ein zwei Tage nicht arbeiten kann, zahlt er dem Bordellwirt dann den Verdienstausfall ..."
Ich hatte genug gehört.
„Erzähl mal von der Stadt.“
„Nun ja, wie du siehst, ist sie voller Sklaven, aber viele sind auch freiwillig hier. Haben sich hervorragend eingerichtet. Arbeiten für den Warlord oder gehen anderen Geschäften nach. Innerhalb der Stadtgrenzen geht es bemerkenswert friedlich zu. Die Bürgerrechte, wenn man welche besitzt, werden respektiert. Du wirst sehen, dass es hier ganz normal wirkende Familien - Vater, Mutter, Kind - gibt. Aber letztendlich sind sie fast alle in das System aus Ausbeutung und Raub verstrickt.
„Ich habe munkeln gehört, ‚Hannibal Lecter‘ trüge seinen Namen nicht nur so?“
Angewidert verzog Alice, so war ihr Name, das Gesicht. „Nein ganz bestimmt nicht. Mit relativer Regelmäßigkeit suchen seine Schergen auf dem Markt Mädchen aus, selten älter als 17 oder 18 die sie in sein Haus zerren und die nie jemand wiedersah.“
Mich fröstelte.
Auf Menschenjagd
Nach dem großen Sterben – Teil 25
31 14-22 Minuten 1 Kommentar
Auf Menschenjagd
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Fortsetzung?
schreibt Garantieabgelaufen