Aufgeputscht

Ob das gut geht? – Teil 31

3 5-9 Minuten 0 Kommentare
Aufgeputscht

Aufgeputscht

Jo Diarist

Ich glaub, ich kann mir die Hände nicht gleich wieder waschen.“
Laut prustet Lisa los und bekommt einen richtigen Lachanfall.
„Verrückt … total verrückt“, würgt sie zwischen den Lachern heraus.
„Na ihr habt ja Spaß“, stellt Ralf fest, der aus dem Klassenraum kommend dem Automaten zustrebt.
Obwohl nichts mehr entdeckt werden kann, erstirbt Lisas Lachen und eine verlegene Röte überzieht ihre Wangen. Auch ich bin froh, dass er nicht früher kam, und muss mich bemühen, eine normale Kommunikation mit Ralf zu führen.

Der Rest des Schultages ist vom ständigen gegenseitigen Reizen begleitet. Mit Worten, Gesten – wie dem Riechen an meinen Fingern – und versteckten Berührungen. Ich habe fast eine Dauerlatte und Lisa muss in jeder Pause das Sumpfgebiet trockenlegen. Sie ist voll eingestiegen, und obwohl wir jederzeit zu Hause ein Nümmerchen schieben könnten, halten wir auf dem Heimweg am Pariser Platz.
Es im Auto zu treiben reicht uns nicht. Wir sind so aufgeputscht und suchen den Kick des Verruchten, dass sich Lisa mit herausgerecktem Po auf die Motorhaube stützt und ich sie heftig von hinten nehme. Ihre Haare zusammengefasst, ziehe ich ihren Kopf ins Genick und gebe ihr mit der anderen Hand ab und zu einen heftigen Klaps auf den Hintern.
Das Wissen dabei, es könnte jederzeit ein anderes Auto auf die kleine Lichtung einbiegen, oder im Wald steht ein versteckter Beobachter, peitscht uns beide hoch. Wir flüchten uns in solchen Momenten zusammen in eine Welt, die wir bei rationalem Denken niemals betreten würden.
Beide mit nacktem Unterkörper, keuchend und schwitzend, leben wir unsere Lust aus.
„Du unersättliches Luder“, werfe ich Lisa an den Kopf.
Es klatscht und schmatzt bei meinen heftigen Stößen.
„Rammeldackel“, keucht sie zurück, knurrt und tut sich selbst weh, indem sie den Kopf nach vorn drückt, während ich den Griff um die Haare nicht lockere.
„Läufiges Weibsbild“, geb ich zurück und lasse die Hand heftig auf den Po klatschen.
„Was schnaufst du so, kannst wohl bald nicht mehr?“, reizt sie mich.
So und ähnlich putschen wir uns auch mit Worten auf. Bei jedem Stoß federt Lisa nach vorn. Kommt mit der Zeit auf der Motorhaube zum Liegen und drückt sich dann wieder zurück, um mir besser entgegenbocken zu können.
Kleintobi schwillt zu voller Größe an, meine Lenden ziehen sich zusammen und mit zwei letzten heftigen Stößen komme ich zum Finale.
Erschöpft lässt sich Lisa auf die Motorhaube sinken. Ob sie bei dieser Aktion mehrfach über den Berg kam, kann ich nicht sagen, weil ich wie im Rausch agiert habe. Ein Mal zumindest ist sie dabei gekommen, da bin ich mir sicher, weil ich da trotz meines Keuchens das Klappern ihrer Zähne hören konnte.

Wir haben uns wieder angezogen, sitzen im Wagen und versuchen, jeder für sich die letzten Minuten zu rekapitulieren.
Mit dieser heftigen Nummer hat sich die über den Tag aufgestaute Anspannung gelöst. Das rationale Denken setzt wieder ein und ich frage mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe.
Ein Blick zu Lisa. In ihren Augen sehe ich die gleichen Gedanken. Kurzes gleichzeitiges Prusten und wie aus einem Mund die Feststellung:
„Wir haben nen Knall!“
„Wird das so bleiben?“, frage ich sie unsicher.
„Keine Ahnung, aber es liegt an uns, die Spannung aufrecht zu erhalten.“
Wohl wahr, denke ich, starte den Wagen und fahre zurück auf die Straße.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 223

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben