Das Ende der Umschulung nähert sich mit ganz großen Schritten. Nur noch zwei Wochen Schulbetrieb, dann beginnen die Praktika. Die sind aber eigentlich eine gesonderte Leistung des Arbeitsamtes, welche die Akademie nur bei der Vermittlung unterstützt hat. Mit der Übergabe der Zeugnisse in vierzehn Tagen ist die Umschulung im Prinzip beendet.
Mehr als achtzig Prozent der Teilnehmer haben schon einen festen Job in Aussicht, wenn sie sich im Praktikum bewähren. Lisa und ich zählen dazu.
Eine Abschiedsfete wird es nicht geben, weil sich keiner gefunden hat, so etwas zu organisieren. Lisa hatte die Halbzeitfeier organisiert. Damals noch aus dem Bestreben, ihre Dackelherde an sich zu binden. Daran liegt ihr jetzt nichts mehr und doch trauern einige ihrer Verehrer schon vor dem letzten Schultag, obwohl sie sich kaum noch um sie kümmert.
Frühstückspause, wir stehen am Tisch neben dem Kaffeeautomaten und einer nach dem anderen zieht mit hoffnungsvollem Blick an uns vorbei. Lisa lächelt ihnen zu, bleibt aber an meiner Seite.
„Du quälst deinen Fanklub ganz schön“, stelle ich fest.
Sinnend blickt Lisa auf.
„Ich dachte eine Zeit lang noch, ich brauche das weiterhin. Je mehr ich aber in unserem gemeinsamen Leben ankomme, umso weniger sehe ich einen Sinn darin. Ich hab dich und die Kinder, das füllt mich aus.“
„Gar keine Lust mehr, deine Fähigkeit, die Männer um den Finger zu wickeln, zu testen?“
„Brauch ich doch nicht mehr, ich hab doch einen Dackel, der mir ohne Leine den ganzen Tag hörig ist.“
Alles an Lisa strahlt Provokation aus. Sie will mich aus der Reserve locken. Etwas, was sie zu gerne macht. Lange ist ihr das auch hervorragend gelungen, doch inzwischen habe ich eine geeignete Strategie gefunden, den Spieß umzukehren.
Lisa müsste es langsam erkannt haben, gibt ihr Spiel aber nicht auf.
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