Aylin. Schon der Gedanke an das Mädchen versetzte ihr einen Stich in den Bauch. Die junge Frau war bildhübsch, braungebrannt, gerade mal 25 Jahre alt und nicht die Art Urlaubsbegleitung, die sich eine erwachsene Ehefrau und zweifache Mutter wünschen konnte.
Die Männer, beide Anfang vierzig, sahen das naturgemäß anders. Achim war bei der ersten Begegnung sichtbar die Kinnlade heruntergeklappt. Es schien, als wollte er den straffen Mädchenkörper bei der Begrüßung gar nicht mehr aus der Umarmung entlassen. Da konnte sie als Mitdreissigerin nach zwei Geburten wohl nicht mehr mithalten.
Aber ihr Gastgeber hatte die aufziehenden Gewitterwölkchen in ihrem Gesicht sofort erkannt und sich mit herzlicher Aufmerksamkeit um sie gekümmert. „Du bist so strahlend schön wie immer! Komm, ich helfe Euch, das Gepäck nach oben zu tragen und dann macht Ihr Euch erstmal frisch, Aylin und ich fahren solange ins Dorf und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein.“
Das schöne Zimmer, der herrliche Ausblick und eine frische Dusche hatten ihre eingetrübte Laune wieder gehoben und als sie, mit ein paar Wassertropfen auf der Haut, nur in das Duschtuch gehüllt, wieder aus dem Bad kam, erwartete sie Achim schon ganz aufgeregt: „ Liebling, komm schnell! Schau, was ich im Dachgeschoss entdeckt habe!“ Er zog sie an der Hand aus dem Zimmer. „Hey, lass mich erst mal was anziehen!“, schimpfte sie noch, aber er zog sie einfach hinter sich her, die Treppe zum Dachgeschoss hinauf.
Der gesamte Dachstuhl war ein einziger großer Raum, das alte hölzerne Gebälk lag offen und sichtbar. In den dunklen Nischen befand sich allerhand Gerät, dass sie auf den ersten Blick nicht identifizieren konnte. Aber mitten im Raum stand unübersehbar ein großes stabiles Bett. Die Liegefläche war mit einem roten Tuch bespannt, die vier Bettpfosten mit schmiedeeisernen Beschlägen versehen. Sie sah sonst keine Bettwäsche, weder Kissen noch Decken. Aber an jedem Bettpfosten hing eine metallisch glänzende Eisenkette.
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