Ausgeliefert, Kapitel 1

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Ausgeliefert, Kapitel 1

Ausgeliefert, Kapitel 1

Eros Demenos

Im ersten Stock, wo auch ihr Schlafzimmer lag, hatte sie ihn noch eine Weile herumkramen hören, offensichtlich ohne Resultat, denn danach hatten seine Schritte die Treppe weiter hinab ins Erdgeschoss geführt und sie konnte ihn nicht mehr wahrnehmen. Je mehr Zeit verging, desto deutlicher reagierte ihr Körper auf ihre Lage. Zuerst begannen die Fußgelenke zu schmerzen, weil die harten Kettenglieder dem natürlichen Drang, ihre Beine zu schließen unbarmherzig entgegenstanden. Sie konnte die Gelenke nur entlasten, indem sie die Schenkel noch weiter spreizte, die dazu erforderliche Muskelanspannung aber übte einen kräftigen Druck auf ihre Schambeuge aus und versetzte ihre wehrlose Möse in Alarmstimmung. Sie fühlte überdeutlich, wie weit ihr entblößter Unterleib offen stand und die fixierten Arme ließen keinen Zweifel an ihrer vollkommenen Hilflosigkeit aufkommen.

Wer auch immer sie so auffinden würde, könnte frei über sie und ihren Körper verfügen und sie hätte nicht die geringste Chance, sich dagegen zu wehren. Anfangs zerrte sie noch verzweifelt an den Ketten, um gegen ihre Angst anzukämpfen, aber bald erkannte sie, wie sinnlos das war und schließlich versuchte sie nur noch, möglichst wenig Druck auf ihre gefesselten Glieder zu bringen. Je mehr Zeit verging, desto stärker wurden die Signale aus ihrem Unterleib. Das Bewusstsein über die Ausweglosigkeit ihrer Lage begann, ihre Empfindungen zu verändern. In die Angst vor Entdeckung mischten sich erregende Phantasien über das, was mit Ihr geschehen würde, falls sie jemand hier entdeckte. Ihr Verstand wehrte sich gegen die dabei aufkommenden Gefühle. Aber der feuchte Glanz zwischen ihren Schenkeln hätte sie verraten, auch wenn sie ihn selbst nicht sehen konnte. Sie war wütend und fühlte sich gleichzeitig klein und hilflos.

Eine Situation aus ihrer frühen Jugend kam ihr in den Sinn. Sie hatte mit zwei Nachbarsmädchen „Vater, Mutter, Kind“ gespielt und natürlich war sie das Kind gewesen. Die beiden hatten im Spiel irgendetwas von ihr verlangt, aber sie hatte nicht gehorcht. Da hatte die Ältere der beiden sie übers Knie gelegt, um ihr spielerisch den Hintern zu versohlen. Das hätten ihre wirklichen Eltern niemals mit ihr getan. Sie hatte sich zunächst gewehrt und gezappelt, aber schließlich hatten die beiden anderen sie gemeinsam festgehalten, ihr den Rock hochgeschlagen und sogar das Höschen heruntergezogen. Sie erinnerte sich, dass sie in diesem Moment aufgehört hatte, sich zu wehren und sie hatte stillgehalten, obwohl die ungewohnten Klatscher auf dem nackten Po tatsächlich ziemlich weh taten. Es hatte sich allerdings auch irgendwie gut angefühlt, so festgehalten zu werden. Sie hatte niemals darüber gesprochen, auch mit ihrer Mutter nicht. Heimlich aber hatte sie sich gewünscht, dieses Spiel einmal zu wiederholen, ohne genau zu wissen, warum es ihr gefallen hatte. Aber es war nie dazu gekommen.

Achim war nun schon eine ganze Weile verschwunden, sie hatte keine Ahnung, wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Sie spürte die Hitze der Nachmittagssonne, die auf den Dachstuhl herunterbrannte. Wo blieb der Kerl nur? Er konnte sie doch hier nicht so ungeschützt liegen lassen. Eben wollte sie nach ihm rufen, als plötzlich ein heran kommendes Auto zu hören war. Der Wagen hielt, Türen klappten, die Haustür wurde geöffnet. Sie erstarrte, als sie von unten fröhliche Stimmen hörte. Bernhard und Aylin waren zurück!

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