Ausgeliefert, Kapitel 1

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Ausgeliefert, Kapitel 1

Ausgeliefert, Kapitel 1

Eros Demenos

Erika lauschte ängstlich und verzweifelt auf die Geräusche aus dem Haus. Aber mehr als ein Knacken im Gebälk und das leise Klappern eines Fensters im Wind konnte sie nicht identifizieren. In den Geschossen unter ihr schien sich nichts zu rühren. Draußen zwitscherten ein paar Vögel, ab und zu drang das Motorengeräusch eines vorbeifahrenden Autos von der Landstraße zu ihr, irgendwo tuckerte in der Ferne ein Traktor über die Felder. Sonst war da nur Stille.

Sie verwünschte sich selbst. Sie verwünschte Achim, ihren Mann. Sie verwünschte dieses Haus. Vor allem aber verwünschte sie die Lage, in die sie sich hatte bringen lassen. Mit vier Eisenketten um ihre Hand- und Fußgelenke hatte Achim sie auf dem Bett fixiert, die Beine weit aufgespannt, die Arme an die Bettpfosten des Kopfendes gekettet. So lag sie nackt und hilflos auf dem Rücken und hatte keine Ahnung, wie viel Zeit schon vergangen war. Sie fühlte sich unwohl und ausgeliefert. Sie schämte sich und hätte am liebsten laut nach Achim gerufen, aber hatte zu große Angst davor, von den anderen entdeckt zu werden.

Eigentlich hatte es ein entspannter Kurzurlaub werden sollen. Bernhard, Achims bester Freund und Kollege, hatte sich ein Haus auf dem Land gekauft und sie für das verlängerte Wochenende eingeladen, auch um ihnen bei dieser Gelegenheit seine neue Freundin vorzustellen. Sie hatten die Kinder bei den Großeltern abgeliefert und sich auf den Weg aufs Land gemacht. Das Haus war recht hübsch, lag weit abseits vom nächsten Ort am Waldrand und hatte zwei Stockwerke mit großzügigen Schlafzimmern, von denen Bernhard ihnen eines überlassen hatte. Hier hätte man sich ungestört erholen und Ruhe finden können. Wenn da nicht noch Bernhards neue Freundin gewesen wäre.

Aylin. Schon der Gedanke an das Mädchen versetzte ihr einen Stich in den Bauch. Die junge Frau war bildhübsch, braungebrannt, gerade mal 25 Jahre alt und nicht die Art Urlaubsbegleitung, die sich eine erwachsene Ehefrau und zweifache Mutter wünschen konnte.
Die Männer, beide Anfang vierzig, sahen das naturgemäß anders. Achim war bei der ersten Begegnung sichtbar die Kinnlade heruntergeklappt. Es schien, als wollte er den straffen Mädchenkörper bei der Begrüßung gar nicht mehr aus der Umarmung entlassen. Da konnte sie als Mitdreissigerin nach zwei Geburten wohl nicht mehr mithalten.

Aber ihr Gastgeber hatte die aufziehenden Gewitterwölkchen in ihrem Gesicht sofort erkannt und sich mit herzlicher Aufmerksamkeit um sie gekümmert. „Du bist so strahlend schön wie immer! Komm, ich helfe Euch, das Gepäck nach oben zu tragen und dann macht Ihr Euch erstmal frisch, Aylin und ich fahren solange ins Dorf und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein.“

Das schöne Zimmer, der herrliche Ausblick und eine frische Dusche hatten ihre eingetrübte Laune wieder gehoben und als sie, mit ein paar Wassertropfen auf der Haut, nur in das Duschtuch gehüllt, wieder aus dem Bad kam, erwartete sie Achim schon ganz aufgeregt: „ Liebling, komm schnell! Schau, was ich im Dachgeschoss entdeckt habe!“ Er zog sie an der Hand aus dem Zimmer. „Hey, lass mich erst mal was anziehen!“, schimpfte sie noch, aber er zog sie einfach hinter sich her, die Treppe zum Dachgeschoss hinauf.

Der gesamte Dachstuhl war ein einziger großer Raum, das alte hölzerne Gebälk lag offen und sichtbar. In den dunklen Nischen befand sich allerhand Gerät, dass sie auf den ersten Blick nicht identifizieren konnte. Aber mitten im Raum stand unübersehbar ein großes stabiles Bett. Die Liegefläche war mit einem roten Tuch bespannt, die vier Bettpfosten mit schmiedeeisernen Beschlägen versehen. Sie sah sonst keine Bettwäsche, weder Kissen noch Decken. Aber an jedem Bettpfosten hing eine metallisch glänzende Eisenkette.

Sie musste schlucken. Natürlich kannte sie seine Fantasien. Die Vorstellung davon hatte zwar auch sie insgeheim ein wenig erregt, ihr aber vor allem Angst eingejagt. Bisher hatte sie sich immer davor herumdrücken können, seine Ideen in die Tat umzusetzen. Schließlich waren ja daheim die Kinder und konnten jederzeit ins elterliche Schlafzimmer rumpeln, da kamen gewagte Fesselspiele nicht in Frage. Diesem knallroten Bett aber würde sie wohl nicht so einfach ausweichen können. Und sie wusste innerlich schon, um was er sie jetzt gleich bitten würde. Sie wollte das wirklich nicht. Nicht in diesem fremden Haus, nicht mit dem Gedanken an Bernhard und seine sexy Gespielin. Aber sie wollte auch nicht die prüde Hausfrau und Spielverderberin sein. Und vor allem wollte sie, dass Achim heute Nacht nicht von dieser Aylin träumte, sondern von heißem, erfüllenden Sex mit ihr, Erika, seiner Frau.

Ihre Stimme zitterte ein wenig, als sie zu sprechen begann: “Du möchtest wahrscheinlich, dass ich mich auf dieses Bett lege? Nackt und mit gespreizten Beinen? Und Du würdest mich dann anketten? Was ist, wenn Bernhard und Aylin uns dabei erwischen? Das kannst Du doch nicht wollen.
Aber ich weiß, Du wirst keine Ruhe geben, wenn wir es nicht wenigstens ausprobieren. Also Ok. Ich mache das. Ich werde mich dort hinlegen. Aber nur ganz kurz und Du musst mir versprechen, mich sofort wieder loszumachen!“ Sie glaubte selbst nicht, dass sie das eben gesagt hatte.
Und am erst verblüfften und dann enthusiastischen Gesichtsausdruck ihres Mannes erkannte sie, dass er auch nicht mit dieser Reaktion gerechnet hatte.

Begeistert beteuerte er, sich an ihre Spielregeln zu halten. Einen Moment lang zögerte sie noch, dann ließ sie das Handtuch fallen und setzte sich, nackt wie sie war, auf das Bett. Der rote Stoff war glatt und weich, die Matratze darunter aber fest und straff. Mit zitternden Knien rückte sie langsam in die Mitte des Bettes und streckte sich auf dem Rücken aus. Achim strahlte vor Freude und legte vorsichtig eine der Ketten um ihr rechtes Handgelenk, gerade so eng, dass der Arm nicht eingeschnürt wurde, aber die Hand trotzdem nicht herausrutschen konnte. Genauso verfuhr er auf der anderen Seite. Beide Oberarme lagen jetzt wie zwei Flügel zu ihren Seiten ausgebreitet, die angewinkelten Unterarme zeigten nach oben zum jeweiligen Bettpfosten.

Das Metall der Kettenglieder fühlte sich trotz der Sommerhitze aufregend und trotzdem kühl auf ihrer Haut an. Während sie noch dabei war, ihre Gefühle zu ordnen, hatte er schon begonnen, ihre Beine auseinander zu ziehen und auch ihre Fußgelenke in Eisen zu legen. Mit je einem leisen Klick ließ er am Ende die vier kleinen Verschlüsse einrasten und strich mit der Hand sanft auf ihrem Schenkel nach oben. Unwillkürlich versuchte sie, ihre Beine zu schließen, aber der harte Zug der Kette machte ihr schnell klar, wie unmöglich das war. Sie stöhnte auf. Das war beängstigend und erregend zugleich.

„Du siehst toll aus mein Schatz, am liebsten würde ich Dich sofort vernaschen!“ Und während seine Hände immer forscher auf ihrer Haut herumwanderten, beugte er sich zu ihr herunter und begann, ihre Brüste zu lecken.

Erika war hin und her gerissen. In ihrem Inneren kämpfte aufkommende Lust mit der panischen Angst davor, in dieser Lage entdeckt und bloßgestellt zu werden. Sie hatte keine Ahnung, wie lange ihre Gastgeber unterwegs sein würden. Und ihre Vernunft behielt die Oberhand. „Mach mich jetzt bitte wieder los, Du hast es mir versprochen. Vielleicht können wir das ein anderes Mal ausprobieren, wenn wir mehr Zeit haben. Aber jetzt möchte ich mich bitte anziehen.“ Achim machte ein bedröppeltes Gesicht, aber sah ein, das er nachgeben musste, wollte er nicht die Chance auf eine ausführlichere Wiederholung verspielen. Zumindest versuchte er, diesen Eindruck zu erwecken.

„OK, ich schau mal, wo die Schlüssel sind!“ Sie riss panisch die Augen auf: „Welche Schlüssel?“ „Na die von den Vorhängeschlössern an der Kette.“
Einen Moment lang glaubte sie, nicht richtig gehört zu haben. Das meinte er doch nicht etwa ernst? Ihr Herz begann zu rasen und sie schrie: „Du hast mich mit Vorhängeschlössern hier angekettet und weißt nicht, wo die Schlüssel sind?“ „Beruhige Dich mein Schatz, weit können sie ja nicht sein, ich schau mich mal hier oben um.“ Mit fahrigen Bewegungen stand er vom Bett auf und suchte den Raum mit seinen Blicken ab. Sie versuchte, soweit ihre Lage das zuließ, seiner Suche mit den Augen zu folgen. Bis auf das Bett sah sie kein anderes Möbel, Kästchen oder eine Schublade hier oben. Nirgendwo war ein Schlüssel zu sehen.

Ihre Angst wuchs mit jeder Minute seiner erfolglosen Suche. Schließlich sah auch er seine Erfolglosigkeit ein und sagte mit belegter Stimme: „Hey, es tut mir leid, hier oben finde ich die Schlüssel nicht. Ich muss Dich kurz alleine lassen und mich unten im Haus umschauen. Bleib ganz ruhig, es dauert bestimmt nicht lange.“

Ihr brach kalter Angstschweiß aus. „Du kannst mich doch hier nicht so liegen lassen …“ , sie war wütend, aber gleichzeitig wurde ihr klar: es hatte keinen Sinn jetzt einen Streit vom Zaun zu brechen … „aber bitte beeile Dich, Du musst die Dinger finden, bevor die anderen zurückkommen!“ Ihre Stimme zitterte nun schon heftig, allein die Vorstellung, so nackt und gefesselt gefunden zu werden, versetzte sie in fürchterliche Panik. Achim versuchte, sie zu beruhigen und gab ihr einen Kuß auf die Stirn. Aber sein: „mach Dir keine Sorgen, ich bin gleich wieder da“, klang nicht wirklich beruhigend. Endlich machte er sich auf den Weg nach unten.

Im ersten Stock, wo auch ihr Schlafzimmer lag, hatte sie ihn noch eine Weile herumkramen hören, offensichtlich ohne Resultat, denn danach hatten seine Schritte die Treppe weiter hinab ins Erdgeschoss geführt und sie konnte ihn nicht mehr wahrnehmen. Je mehr Zeit verging, desto deutlicher reagierte ihr Körper auf ihre Lage. Zuerst begannen die Fußgelenke zu schmerzen, weil die harten Kettenglieder dem natürlichen Drang, ihre Beine zu schließen unbarmherzig entgegenstanden. Sie konnte die Gelenke nur entlasten, indem sie die Schenkel noch weiter spreizte, die dazu erforderliche Muskelanspannung aber übte einen kräftigen Druck auf ihre Schambeuge aus und versetzte ihre wehrlose Möse in Alarmstimmung. Sie fühlte überdeutlich, wie weit ihr entblößter Unterleib offen stand und die fixierten Arme ließen keinen Zweifel an ihrer vollkommenen Hilflosigkeit aufkommen.

Wer auch immer sie so auffinden würde, könnte frei über sie und ihren Körper verfügen und sie hätte nicht die geringste Chance, sich dagegen zu wehren. Anfangs zerrte sie noch verzweifelt an den Ketten, um gegen ihre Angst anzukämpfen, aber bald erkannte sie, wie sinnlos das war und schließlich versuchte sie nur noch, möglichst wenig Druck auf ihre gefesselten Glieder zu bringen. Je mehr Zeit verging, desto stärker wurden die Signale aus ihrem Unterleib. Das Bewusstsein über die Ausweglosigkeit ihrer Lage begann, ihre Empfindungen zu verändern. In die Angst vor Entdeckung mischten sich erregende Phantasien über das, was mit Ihr geschehen würde, falls sie jemand hier entdeckte. Ihr Verstand wehrte sich gegen die dabei aufkommenden Gefühle. Aber der feuchte Glanz zwischen ihren Schenkeln hätte sie verraten, auch wenn sie ihn selbst nicht sehen konnte. Sie war wütend und fühlte sich gleichzeitig klein und hilflos.

Eine Situation aus ihrer frühen Jugend kam ihr in den Sinn. Sie hatte mit zwei Nachbarsmädchen „Vater, Mutter, Kind“ gespielt und natürlich war sie das Kind gewesen. Die beiden hatten im Spiel irgendetwas von ihr verlangt, aber sie hatte nicht gehorcht. Da hatte die Ältere der beiden sie übers Knie gelegt, um ihr spielerisch den Hintern zu versohlen. Das hätten ihre wirklichen Eltern niemals mit ihr getan. Sie hatte sich zunächst gewehrt und gezappelt, aber schließlich hatten die beiden anderen sie gemeinsam festgehalten, ihr den Rock hochgeschlagen und sogar das Höschen heruntergezogen. Sie erinnerte sich, dass sie in diesem Moment aufgehört hatte, sich zu wehren und sie hatte stillgehalten, obwohl die ungewohnten Klatscher auf dem nackten Po tatsächlich ziemlich weh taten. Es hatte sich allerdings auch irgendwie gut angefühlt, so festgehalten zu werden. Sie hatte niemals darüber gesprochen, auch mit ihrer Mutter nicht. Heimlich aber hatte sie sich gewünscht, dieses Spiel einmal zu wiederholen, ohne genau zu wissen, warum es ihr gefallen hatte. Aber es war nie dazu gekommen.

Achim war nun schon eine ganze Weile verschwunden, sie hatte keine Ahnung, wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Sie spürte die Hitze der Nachmittagssonne, die auf den Dachstuhl herunterbrannte. Wo blieb der Kerl nur? Er konnte sie doch hier nicht so ungeschützt liegen lassen. Eben wollte sie nach ihm rufen, als plötzlich ein heran kommendes Auto zu hören war. Der Wagen hielt, Türen klappten, die Haustür wurde geöffnet. Sie erstarrte, als sie von unten fröhliche Stimmen hörte. Bernhard und Aylin waren zurück!

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