Warum fragen Sie mich eigentlich nicht, ob wir uns wiedersehen? provozierte ich ihn energisch, als es angekommen war. Yves hatte sich zwar angenehm mit mir unterhalten, aber sich so gar nicht ins Zeug gelegt. Ich wollte es selbst nicht sagen, wollte, dass er mich erobert, auch wenn seine Gier nur matt zu empfinden war, so war sein Begehren grenzenlos. Ich hätte es nicht gewagt, druckste er herum, aber jetzt wo Sie es mir nahelegen: Sehen wir uns wieder? Sehr gerne, Yves! tat ich gnädig, aber mein Lachen verriet meine Freude. Und ich glaube wir werden einiges erfahren übereinander, uns nahekommen und die Zeit sehr intensiv miteinander auskosten.
Ich genoss diesen unglaublichen langsamen Sex wirklich. Das überraschte mich, denn ich selbst war es, die K.s ähnlich zeitlose, aber von den Verkehrsmöglichkeiten her eben nicht eingeschränkte Art des Genießens aufgegeben hatte, hin zu einer wilderen ekstatischen intimen Beziehung. Und mit Juan waren bei mir alle Dämme gebrochen. Ich verstand mich nicht mehr. Es lag wohl an Yves. Seine Augen, seine Melancholie, seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit, seine Ruhe, die Art, das Leben zu nehmen wie es ist und doch Liebe und zarte Berührung immerfort zu suchen, zu begehren mit jeder Faser seines Körpers und noch viel mehr seiner Seele.
*
Ich verbrachte auch die nächsten beiden Tage mit Yves. Ich fühlte mich begehrt, angeregt, sinnlich und entspannt wie seit langem nicht mehr. Ich räkelte mich an seinem Pool, fläzte mich alles zeigend auf seiner Terrasse, ließ ihn wieder und wieder schnuppern, lecken, schmusen und verwöhnte umgekehrt ihn durchaus gekonnt. Nur einmal fuhren wir ins Cafe, zum Bummel und ins Restaurant. Es war schön, aber ich sehnte mich schnell zurück in seine Poolvilla und das dort paradiesische Leben in unbeschwerter Sinnlichkeit. Yves verehrte meinen Körper und meine Persönlichkeit und wollte mich nicht besitzen, nur genießen. Es war ein Traum! In mein Hotel kehrte ich nur für ein paar Stunden zurück, wenn Yves Verpflichtungen hatte. Er hätte mir sein Luxusdomizil auch überlassen, aber irgendwie wollte ich auch wieder für mich sein, in meiner, wenn auch wenig vertrauten, eigenen Umgebung. Der Strand des Hotels war ja auch bezaubernd. Ich durfte mir einen seiner beiden Teslas aussuchen. Ich nahm das Cabrio.
Geschlafen habe ich aber nur noch bei ihm. Mein Urlaubsschnäppchen war also nur das Sprungbrett in Yves Bett. Machte auch nichts. Wie gesagt, es war ein Traum, trotz, nein, gerade wegen der so gar nicht idealen Umstände. Ich war aufgekratzt wie eine Göre, neugierig wie ein Mädchen und souverän wie eine erfahrene Frau.
Dieser Urlaub war ein Genuss, das stand jetzt schon fest.
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